Thw kiel lockt büchner: eisenach schweigt, aber die uhr tickt

Vincent Büchner jagt gerade die Defensive der Rhein-Neckar Löwen in Stücke – und schon lauert der nächste Klub. THW Kiel will den Linksaußen des ThSV Eisenach als Ersatz für Magnus Landin verpflichten. Geschäftsführer René Witte dementiert nicht, verweigert aber jede Details. Die Deadline rückt näher.

Vertrag bis 2027, druck bis 2026

Büchner unterschrieb vor zwölf Monaten für zwei weitere Spielzeiten. Die Zahlen, die er seitdem liefert, machen den Vertrag zum Etikettenschwindel: 94 Tore in 17 Partien, eine Wurfquote von 68 Prozent, dazu 32 Assists – das ist All-Star-Niveau. Kein Wunder, dass der amtierende Meister die Positionskarte neu mischt. Magnus Landin zieht es nach Aalborg, Niklas wartet mit offenen Armen. Entsprechend knapp wird der Zeitplan beim THW.

Intern heißt es: Kiel will die Lücke vor dem Trainingslager in der zweiten Juli-Woche schließen. Wer bis dahin keinen neuen Linkshänder präsentiert, muss mit einem Fragezeichen in die Vorbereitung starten. Die Lösung trägt gerade die Nummer 77 in Eisenach.

David móré als möglicher ersatz – oder ablöse-falle?

David móré als möglicher ersatz – oder ablöse-falle?

Während Witte die Hüllen straff um den Klub zieht, hat der ThSV bereits einen zweiten Linksaußen verpflichtet. David Móré wechselt von den Löwen, wo er hinter Uwe Gensheimer und Andy Schmid nur begrenzte Minuten bekam. Der Ungar unterschrieb bis 2028, gilt als eher defensiv orientiert. Für Büchner wäre das keine Konkurrenz, sondern eine Lücke, die der ThSV theoretisch auch wieder schließen müsste.

Die Ablöse liegt laut Insidern bei 350.000 Euro. Für Kiel ein Schnäppchen, für den ThSV eine existenzielle Spritze. Der Verein stemmt sich mit einem Etat von 3,8 Millionen Euro durch die Liga – 350.000 plus Gehaltseinsparungen wären ein Drittel des jährlichen Marketingbudgets. Witte weiß das, deshalb heißt es in Eisenach: „Reden wir erst, wenn die Unterschrift trocken ist.“

Büchner schweigt, kiel handelt

Büchner schweigt, kiel handelt

Vincent Büchner selbst verweigerte am Freitag jede Stellungnahme. Nach der 28:26-Heimsensation gegen die Löwen schlüpfte er durch den Mixed Zone-Tunnel, ohne die Mikrofone zu beachten. Dabei hatte er wenige Stunden zuvor auf Instagram ein Foto gepostet – Location: Flughafen Kiel-Holtenau. Coincidencia? Die Kommentarspalte kocht.

Beim THW arbeitet man längst mit Zweitmarken. Neben Büchner steht auch Felix Möller (HBW Balingen) auf der Liste, doch der 22-Jährige soll erst ein weiteres Jahr Südwest-Luft schnuppern. Das macht Büchner zur Option Nummer eins – und zur Zitterpartie für Eisenach.

Die Entscheidung fällt vermutlich innerhalb der nächsten zehn Tage. Dann endet das Transferfenster für vorzeitige Wechsel, und Kiel würde für die Play-offs nicht mehr nachrüsten dürfen. Wer zögert, verliert. Oder, wie es René Witte am Rande der Pressekonferenz formulierte: „Wenn Kiel anklopft, macht man die Tür auf. Aber nur, wenn der Preis stimmt.“

Eisenach kann abwarten, Büchner auch. Die einzige Frage ist, wer als erstes blinkt. Die Antwort entscheidet über die Machtverhältnisse in der Liga – und darüber, ob der ThSV am Ende der Saison mit oder ohne seinen Superstar plant. Die Uhr tickt, die Frist lauert, der Handball-Sommer wird heiß.