Thüringer hc verspielt traum vom europapokalsieg!
Ein historischer Moment schwand in der Dijonaise Halle: Der Thüringer HC, einstiger Titelträger, verpasste die Chance, als erster Verein überhaupt den Titel in der European League zu verteidigen. Gegen JDA Bourgogne Dijon gab es eine deutliche 25:29 Niederlage – ein Debakel, das die Fans sprachlos zurückließ.
Dominanz und dann der absturz
Der Beginn hatte so vielversprechend ausgesehen. Der THC legte einen furiosen Start hin und überrollte den französischen Gegner, der im Vorjahr noch das Halbfinale erreicht hatte. Nach nur 15 Minuten führte das deutsche Team bereits mit beeindruckenden 11:2. Es schien, als wäre der Triumph bereits in greifbarer Nähe. Doch dann kam es zur Wende. Ein katastrophaler Start in die zweite Halbzeit und ein plötzlicher Einbruch in der Leistung ließ die Dijonnaise Halle in einen Nervenkrimi verwandeln.
Der Vorsprung von neun Toren schmolz innerhalb weniger Minuten dahin. Dijon kämpfte sich zurück ins Spiel, und plötzlich lagen die Franzosen beim Stand von 18:16 nur noch zwei Tore zurück. Trainer Herbert Müller versuchte mit einer Umstellung auf 7 gegen 6 im Angriff gegenzusteuern, doch die Kontrolle war bereits verloren. Ein bitterer Moment für den THC: Nur wenige Minuten zuvor musste Natsuki Aizawa aufgrund eines Ellenbogen-Traumas, zugefügt von Stine Nørklit Lønborg, das Feld verlassen. Der Ausfall der Japanerin schwächte das Team zusätzlich.
Die Sicherheit war verschwunden, Dijon spürte die Chance und glich das Spiel kurz darauf zum 21:21 aus. Was einst eine sichere Sache war, entwickelte sich zu einem nervenaufreibenden Kampf, den Dijon am Ende für sich entscheiden konnte. Der historische Triumph geplatzt – am Ende stand eine schmerzhafte Niederlage für den Thüringer HC.
Torhüterin Laura Kuske, obwohl mit 11 Paraden eine der wenigen Lichtblicke im THC-Team, brach nach dem Spiel in Tränen aus. Adriana Holejova von Dijon hingegen war sprachlos vor Freude: „Ich weiß gar nicht, wie wir dieses Comeback geschafft haben, das ist unglaublich!“

Blomberg-lippe erlebt ähnliches drama
Ähnlich dramatisch ging es auch Blomberg-Lippe in der ersten Finalpartie der Deutschen Meisterschaft gegen die Dortmunderinnen zu. Auch sie führten bereits mit vier Toren, gaben die Führung jedoch noch aus der Hand. Die Dortmunderinnen, angeführt von der Norwegerin Guro Nestaker (neun Treffer), drehten das Spiel und haben nun zwei Matchbälle. Nieke Kühne erzielte für Blomberg-Lippe acht Tore. Die Dortmunderinnen gewannen mit 28:27. Die Serie ist noch nicht entschieden, aber Dortmund hat die Nase vorn.
Die Ereignisse in Dijon und Dortmund zeigen deutlich: Im Profisport kann sich das Blatt in kürzester Zeit wenden. Ein Moment der Unachtsamkeit oder eine verletzungsbedingte Schwächung kann entscheidend sein. Für den Thüringer HC gilt es nun, die bittere Niederlage zu verdauen und sich auf zukünftige Herausforderungen zu konzentrieren. Der Traum vom Europapokalsieg ist geplatzt, aber die Saison ist noch lange nicht vorbei.
