Thuram beendet 862 tage torfluch – chivu hofft auf knall-comeback gegen roma
Marcus Thuram hat den Ball endlich wieder zum Sprechen gebracht. Nach 862 Tagen ohne Treffer für Frankreich schlug er gegen Kolumbien doppelt zu – und schickte dabei eine Kampfansage nach Mailand.

Der goalgetter, der plötzlich wieder da ist
Landover, Maryland. 63. Minute. Thuram nimmt mit links an, dreht sich, schießt mit rechts. Drei Bewegungen, null Zweifel. Das 2:0. Sekunden später jubelt Didier Deschamps wie ein Jugendlicher. Denn der Trainer weiß: Wenn Thuram für Les Bleus trifft, folgt meist ein Run beim Klub. Die Serie: nach seinem letzten Länderspieltor drei Tore und ein Assist in den folgenden sechs Inter-Partien.
Die Zahlen sind hart, die Botschaft klar. In der Nations-League-Partie lief er als „neun pur“ auf – Position, die Simone Inzaghi seit der LuLa-Ära nicht mehr spielt. Im 4-2-3-1 von Deschamps hatte Thuram Raum, hatte Blicke, hatte Rückendeckung. Zurück in Appiano Gentile wartet das eingefrorene 3-5-2, in dem er sich mit Lautaro, Arnautovic oder Esposito die Kugel teilt. Der Franzose liefert Variabilität, aber keine Dauerbrenner-Form. Zuletzt wirkte er müde, die Schärfe fehlte.
Jetzt der Befreiungsschlag. Chivu hat die Videobänder bestimmt schon verschlungen. Er weiß: Wenn Thuram selbstbewusst zurückkehrt, rückt auch der zuletzt blasse Pio Esposito in die zweite Reihe. Die Roma kommt Samstag, das Stadion wird kochen. Ein Tor aus dem Nichts, vielleicht schon nach wenigen Sekunden, könnte die Köpfe frei machen.
Die Uhr tickt. Lautaro ist noch nicht bei 100 Prozent, Calhanoglu fällt aus. Thuram muss liefern – egal ob von Anfang an oder als Joker. Seine Familie kennt das Kalkül: Vater Lilian war es, der einst in Parma und Inter die Balance zwischen Nationalteam und Klub fand. Der Sohn steht vor derselben Herausforderung, nur mit mehr Flugmeilen und Instagram-Followern.
Die Fans sind bereit, die Curva Nord hat Thuram nie verurteilt. Sie wollen ihn wieder auf der Anzeigetafel sehen, nicht auf der Bank. Drei Punkte gegen die Roma würden Inter auf Spur halten, den Meisterkampf offen. Und Thuram? Er könnte endlich die Reise nach Italien mit einem Lächeln antreten – statt mit Fragezeichen im Gepäck.
