Leverkusen zwingt hamburg in die knie – traum von der champions league lebt
4.000 Zuschauer im Volksparkstadion, ein schmerzverzerrtes Gesicht von Victoria Schulz und ein Torregen, der erst spät Fahrt aufnahm: Bayer Leverkusen hat den Hamburger SV mit 3:1 geschlagen und den Anschluss an die Königsklasse nicht abreißen lassen.
Die Frauen von Trainer Roberto Pätzold dominierten 70 Minuten lang wie ein Sturm, der immer wieder an der Mauer aus Hamburgern brandete – und dann doch durchbrach. Dreimal. Genug, um die CL-Quali weiter offenzuhalten.
Chancenwucher und ein pfosten, der mahnend stand
Die Statistik zeigt die Wahrheit: 23 Torschüsse für Leverkusen, nur sieben für den HSV. Loreen Bender, Kristin Kramer, selbst die Innenverteidigerin Claudia Wenger – alle hatten sie das 2:0 auf dem Fuß, scheiterten am Pfosten, an Paulick oder an der eigenen Nervosität. „Wir haben die Halbzeit in der Kabine verdaut und dann gezeigt, warum wir oben mitspielen wollen“, sagte Pätzold nach Abpfiff mit einem Grinsen, das zwischen Erleichterung und Stolz schwankte.
Dabei hätte alles anders kommen können. Camilla Lindbergs Schuss in der 41. Minute war Hamburgs erster Torschuss – und landete durch Borggräfes unglückliche Abwehr unhaltbar im Winkel. Die Pausenführung für die Gastgeber war ein Schock, aber kein Knock-out.
Die Antwort folgte postwendend. Benders 30-Meter-Steilpass auf Katharina Piljic war ein Kunstschlag, der den Platz in zwei Hälften schnitt. Piljic ließ Paulick mit einem Tunneltor alt aussehen, Mickenhagen legte nach 77 Minuten den Deckel drauf. Hamburg blieb danach nur noch die Rolle des Statisten.

Hsv steckt tiefer im abstiegssumpf
Für den HSV wird die Lage prekär. Drei Punkte Vorsprung auf Essen klingen nach Puffer, doch die Tordifferenz ist schlechter, die Moral nach sechs Niederlagen aus den letzten acht Spielen angeknackst. „Wir müssen jetzt zittern“, gab Trainerin Manu Koger nach dem Spiel offen zu. Die Verletzung von Schulz, die mit einem Kreuzbandverdacht vom Feld musste, droht zur Nebenhandlung zu werden.
Leverkusen dagegen blickt nach vorn. Fudallas 14. Saisontor, Piljics Vorlage und Mickenhagens Joker-Treffer – das Trio trägt die Hoffnung auf ein internationales Comeback. Noch fünf Punkte Rückstand auf Platz drei, vier Spieltage Zeit. Die Rechnung ist simpel: gewinnen, gewinnen, gewinnen. Dann kann der Traum Realität werden.
