Thsv eisenach rettet remis gegen löwen – hinze zittert um den punkt
Ein Schlusspfiff wie ein Befreiungsschlag. Oskar Joelsson jagt den Ball acht Sekunden vor Ende zum 29:29 in die Maschen, und der ThSV Eisenach ringt sich gegen die Rhein-Neckar Löwen doch noch den einen Punkt ab, der vor zehn Minuten noch wie geschenkt aussah.

Die wartburgstädter brennen dem ex-coach ein feuerwerk ab
Sebastian Hinze steht in der Zone, Arme ausgebreitet, Gesicht leichenblass. Gegen seinen alten Arbeitgeber hatte sein Team schon mit 18:13 geführt, doch dann verflüchtigte sich die Souveränität wie Wasser auf heißem Stein. Die Löwen schlugen zurück, drehten auf 27:26 – und plötzlich war aus einer Demonstration eine Zitterpartie geworden.
Die Zahlen sind gnadenlos: 5:0-Sprint für Eisenach nach dem Seitenwechsel, 4:0-Antwort der Gäste in der Schlussphase. Zwölf Minuten ohne eigenen Treffer, das ist in der HBL ein Selbstschuss, selbst gegen eine Mannschaft, die kurz vor dem Play-off-Aus die Luft anhält. Hinze formuliert es nach dem Abpfiff so nüchtern wie möglich: „Ein ganz normales Spiel.“ Aber sein Blick verrät, dass ihm der Magen noch immer rumort.
Dominik Solak trägt mit sieben Treffern die Hauptlast, doch die wahren Helden stehen hinten. Joelsson trifft, weil Torwart Justus Kante vorher zwei Siebenmeter wegfaustet und Moritz Römling den letzten Wurf blockt. Eisenach rettet sich vor 2.800 Zuschauern in der Stadthalle – und behauptet damit den Anschluss an das rettende Mittelfeld.
Der Punkt ist nicht nur ein Häkchen in der Tabelle, sondern ein Seelenbalsam für einen Klub, der seit Wochen mit Verletzungspech und Niederlagen hadert. Die Löwen reisen mit hängenden Köpfen ab, weil sie wissen: Gegen eine Mannschaft, die fast abstiegsreif wirkt, zwei Punkte liegenzulassen, kann im April bitter werden.
