Mainz gegen union: historische misere und neue trainer – kann das wunder geschehen?
Die MEWA Arena bebt – zumindest theoretisch. Denn der 1. FSV Mainz 05 empfängt heute Abend den 1. FC Union Berlin, und die Rheinhessen haben in dieser Paarung eine fast schon peinliche Tradition zu überwinden. Ein Sieg, nur einer in 13 Bundesliga-Duellen? Das ist selbst für Mainz, ein Verein, der sich gerne als Kämpfer präsentiert, eine Schmach.
Fischer kehrt an seine alte wirkstätte zurück – mit einem augenzwinkern
Für Urs Fischer, den aktuellen Coach von Union Berlin, hat die Partie eine zusätzliche Würze. Schließlich war er zwischen 2019 und 2023 Trainer der Nullfünfer und führte sie sensationell in die Bundesliga und sogar in die Champions League. Seine Bilanz dort? Vereinsrekordverdächtig: 1,47 Punkte pro Spiel. Ein Wert, der in Köpenick neidisch betrachtet wird. Aber Fischer ist kein Sentimentalist; er wird ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub alles geben, um die Misere der Mainzer zu befeuern.
Die aktuelle Form beider Teams ist alarmierend. Mainz verliert seit zwei Heimspielen in Serie und hat in dieser Saison bereits sieben Mal vor eigenem Publikum die Segel streichen müssen – nur in der Saison 2019/20 und 2020/21 waren die Pleiten noch höher. Und dann ist da noch Phillip Tietz, der Stürmer, der aktuell jede Menge Chancen verballert. Seine Expected Goals (xG) liegen bei 6,9, aber er traf lediglich viermal – ein Unterschied von 2,9 Toren. Ligaweit vergab er 19 Großchancen, nur drei Spieler waren noch unglücklicher. Ein Teufelskreis, aus dem sich Mainz nur schwer befreien kann.

Union berlin im freien fall – eta steht vor einer mammutaufgabe
Auch Union Berlin hat seine Probleme. Sechs sieglose Bundesliga-Spiele in Serie sprechen eine deutliche Sprache. Nur der Aufsteiger FC St. Pauli steht noch schlechter da. Die Rückrunde der Eisernen war bisher eine einzige Katastrophe: nur zehn Punkte, die schlechteste Defensive der Liga (gemeinsam mit Heidenheim). Marie-Louise Eta, die erste weibliche Trainerin in der Bundesliga, steht unter enormem Druck. Ihre bisherige Bilanz von einem Unentschieden und zwei Niederlagen in drei Spielen ist der schlechteste Start eines Union-Coaches in der höchsten Spielklasse.
Die Statistiken geben wenig Hoffnung für Mainz. Union ist extrem stark in Standardsituationen (49 Prozent der Saisontore nach ruhenden Bällen), während Mainz im Spielaufbau deutliche Schwächen zeigt (75 Prozent Passquote). Das Spiel könnte also ein zermürbender Kampf um jeden Zentimeter werden.
Kaishu Sano bei Mainz und Danilo Doekhi bei Union sind die Leistungsträger, die heute besonders zu beobachten sein werden. Trimmel, der Routinier, bestreitet sein 27. Einsatz und stellt damit einen Vereinsrekord für Feldspieler im Alter von 38 plus auf.
Wer heute Abend jubeln kann? Das ist schwer zu sagen. Aber eines ist sicher: Es wird ein Spiel, das die Fans nicht vergessen werden – vor allem, wenn Mainz endlich die historische Misere beenden kann. Die Chance ist da, aber sie muss ergriffen werden.
