Thsv eisenach gegen rhein-neckar löwen: david móré trifft auf seinen ex-klub

Unter der Wartburg brodelt es wieder. Der ThSV Eisenach empfängt die Rhein-Neckar Löwen – und plötzlich steht David Móré im Fokus, der erst vor Wochen die Pfalz gegen Thüringen tauschte. Für Vincent Büchner ein Déjà-von-nebenan: Der Linksaußen der Hausherren wird an diesem Freitagabend genau gegen den Gegner auflaufen, der ihn seit Monaten umgarnt. Die Werner-Aßmann-Halle kocht schon vor dem Anwurf.

Sebastian hinze spielt den coolen

„Ein besonderes Spiel ist es für mich nicht“, sagt Sebastian Hinze, frisch entlassener Löwen-Coach von 2022 bis 2025. Er spricht schnell, fast zu schnell, als wolle er sich selbst überzeugen. Dabei kennt er jeden Handgriff der Gäste, jeden Automatismus von David Späth zwischen den Pfosten und die Laufwege von Jannik Kohlbacher, der hinten reinräumt wie ein Kärcher. „Wir brauchen erfolgreiche Zweikämpfe und präzise Abschlüsse“, fordert Hinze – Code für: Wir haben in Göppingen nur 52 % getroffen, das reicht gegen Mannheim nicht mal für ein Remis.

Die Zahlen sind hart: Nach der 24:27-Pleite schlichen sich die Eisenacher mit hängenden Köpfen in die Kabine. Stephan Seitz blickt trotzdem nach vorne: „Wir schütteln uns ab.“ Klingt nach Mentalität, ist aber Notwendigkeit. Denn wer in der HBL zwei Mal hintereinander verliert, rutscht in die graue Zone, aus der man nur mit Siegen wieder herauskommt.

Machulla fürchtet den achten mann

Machulla fürchtet den achten mann

Maik Machulla war schon 1997 hier, als Ostderbys noch mit Vokuhilas und klapperigen Holztribünen stattfanden. Er kennt das Brummen der 3.000 Kehlen, das sich anhört, als stünde die Wartburg selbst auf dem Rasen. „Die Atmosphäre ist aggressiv, aber fair“, sagt der Löwen-Coach und schickt gleich die Warnung hinterher: „Wer Eisenach nicht kennt, wird es Freitag erfahren.“

Dabei fehlt ihm möglicherweise Patrick Groetzki, der seit Tagen nur Rad fährt, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Dafür rückt Sebastian Heymann ins Rampenlicht – ein Youngster, der die Lücke links außen füllen soll. Auf der Gegenseite schielt der THW Kiel längst nach Vincent Büchner, doch heute trägt er noch Eisenach-Grün. „Die Löwen spielen schnellen Handball von allen Positionen“, analysiert er, „wir müssen sie in Tempo halten.“

Ab 19 Uhr geht die Post ab. Für Móré ein Heimspiel im fremden Dress, für Büchner eine Show für mögliche Käufer, für Hinze ein Seelenstriptease vor 3.000 früheren Fans. Die Wartburg wird wieder zu einer Festung – nur steht diesmal der Sieg in der Fremde auf dem Spielplan.