Anja wicker schraubt medaillensammlung auf sechs – bronze nach fehlstart
Statt zu jammern, feuerte Anja Wicker sich selbst an. Vier Schießfehler in der Qualifikation, trotzdem steht sie am Ende auf dem Podest – und das ist mittlerweile ihre zweite Heimat.
Die Stuttgarterin holt bei den Paralympics in der Sprintverfolgung der sitzenden Klasse Bronze, ihre dritte Medaille in dieser Ausgabe, die sechste insgesamt. Der Sprung von Rang vier auf drei gelingt dank eines fulminanten Schlusslaufs und eines fehlerfreien Schießens im Finale. 1:06 Minuten fehlen am Ende auf US-Star Kendall Gretsch, 58 Sekunden auf Südkoreas Kim Junji. Die Konkurrenz dahinter bleibt in der Ferne: Wang Shiju aus China verliert 31 Sekunden.
Vier fehler, eine rechnung – und ein klarer plan
Wicker ging als Außenseiterin ins Rennen. Vier Fehler bedeuten in der Paralympic-Ballon-Ära meist: Titel ade. Doch die 34-Jährige kannte die Lücke, kannte auch die Stärke ihrer Beine. „Ich wusste: Lauf schneller, schieß sauber – dann kannst du dich noch vorarbeiten.“ Das tat sie. Mit Tempo und Nervenkraft riss sie die Lücke, stellte sich selbst auf Platz drei und ließ dort niemanden mehr vorbei.
Die vermeintliche Konstante Andrea Eskau rutschte dagegen ab. Die achtmalige Paralympics-Siegerin verlor auf weichem Schnee bei Plusgraden zwei Plätze und landete auf Rang sieben. Es ist das erste Mal seit 2010, dass Eskau in einem Biathlon-Rennen ohne Medaille bleibt.

Die bilanz: alles bronze und silber, nur eine goldmagie
Wickers Olympia-Schmuck: sechs Medaillen, davon eine golden – 2014 in Sotschi. Der Rest: Silber und Bronze, drei an der Zahl aus diesem Winter. Im Langlauf hatte sie Pech, mehrfach hauchdünn am Podest vorbei. Doch am Samstag kommt die Staffel, am Sonntag die 20 km. Die Jagd ist noch nicht vorbei.
Die Bilanz lautet: Mit jedem Fehler wächst ihre Laufkraft, mit jedem Lauf ihre Sammlung. Wicker bleibt der Dauersprinter im ewigen Winter – und Deutschland wieder mit einer sicheren Medaillen-Adresse.
