Theis und monaco feiern spektakuläres comeback gegen mailand
Die AS Monaco schlägt sich durch. Trotz Horrormeldungen aus der Buchhaltung, trotz einem Kader, der nicht mal für eine EuroLeague-Startformation gemacht scheint, haben die Monegassen EA7 Emporio Armani Mailand mit 90:85 niedergemäht. Die Arena tobte, als Daniel Theis in der 38. Minute mit einem Fade-away-Jumper die Führung auf 88:85 stellte – sein 15. Punkt, sechs Rebounds, ein Statement.
Ein viertel reicht, um mailand zu zermürben
Die Italiener dominierten 30 Minuten lang. Shavon Shields traf Dreier wie aus dem Automaten, Monaco lag zwischenzeitlich mit 12 Punkten hinten. Dann kam das Schlussviertel: 25:7. Plötzlich lief alles, was vorher stotterte. Mike James nahm das Spiel in die Hand, Alpha Diallo riss zwei Offensiv-Rebounds weg, und Theis versiegelte mit einem Block gegen Brandon Davies den Sieg. Die Uhr stand bei 0:21 Sekunden, das Publikum schrie sich heiser.
Die Tabelle lügt nicht. Mit 19-14 hat Monaco jetzt Real Madrid und Barcelona im Nacken. Die Playoffs rücken in Reichweite, obwohl der Klub gerade erst einen Kredit über 15 Millionen Euro aufnahm, um die Gehälter bis Saisonende zu sichern. Sport funktioniert hier als Gegenentwurf zur Krise.

Die szene, die alle reden lässt
Bei 84:84 nahm Trainer Saša Obradović eine Auszeit – keine Taktik, nur ein Satz: „Wenn wir jetzt kneifen, fliegt uns die Liga um die Ohren.“ Zurück auf dem Feld setzte Theis einen Pick, rollte zur Grundlinie, fing einen wild geworfenen Pass von Jordan Loyd und versenkte den Bank-Shot. Drei Punkte Vorsprung, 18 Sekunden auf der Uhr. Mailand war geschlagen, Monaco lebt.
Morgen fliegt die Mannschaft nach Kaunas, wo Zalgiris wartet. Die Litauer haben ihre Halle ausverkauft, sie wollen Revanche für die Niederlage im Januar. Monaco reist mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das weiß: Eine Periode voller Intensität kann eine Saison retten. Die EuroLeague ist kein Schönheitswettbewerb, sondern ein Überlebenskampf – und die Monegassen haben gerade bewiesen, dass sie noch lange nicht bereit sind, aufzugeben.
