Taube schlägt tormann: mainz 05 dank zufallsvogel gegen bremen

Ein Vogel, ein Tor, ein Debakel: Bremen verliert 0:2 gegen Mainz – und die Hauptfigur ist gefiedert. Paul Nebel trifft per Kopf, aber die Taube, die Marco Grüll kurz zuvor irritierte, stiehlt die Show.

Die 6. minute, die alles entschied

Grüll will den Ball klären, springt, sieht schwarz-weiß statt rot-blau. Die Taube tanzt auf dem Rasen, Grüll zögert eine halbe Sekunde, Mainz spielt schnell, Nebel nickt ein. 1:0, Eiszeit in der wohninvest Weserstadion. Mitchell Weiser, auf der Bank, brummt später: „Kleinigkeiten eben.“ Aber Kleinigkeiten sind in der Relegationszone tödlich.

Leonardo Bittencourt versucht, die Geschichte klein zu reden: „Egal, ob da 'ne Taube oder ein Ballon ist, wir müssen durch.“ Doch die Körpersprache der Bremer schreiet: durch ist gerade nichts. Die Mainzer hingegen umarmen den Anekdoten-Glücksbringer. „Die Taube bleibt heute Abend im Mannschaftsbus“, lacht Nebel, dessen 1,69 Meter plötzlich größer wirken.

Abstiegskampf mit flügeln

Abstiegskampf mit flügeln

Die Tabelle lügt nicht: Werder rutscht auf Rang 16, Mainz springt auf 14. Drei Punkte Luft, zehn Spieltage Rest. Für Bremen heißt es jetzt: Auf die Beine, nicht auf den Himmel schauen. Denn wenn schon Vögel Tore vorbereiten, wird die Lage schnell prophetisch – und der Abstieg kein Schicksal, sondern Folge von Lücken, die man sich selbst schafft.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Man kann sich über Schiedsrichter beschweren, über VAR, über Platzverhältnisse. Aber über eine Taube? Die fliegt davon, der Punkt bleibt in Mainz. Und Bremen? Muss hoffen, dass der nächste Gegner keine Möwe im Gepäck hat.