Tah zündet die nächste offensive: bayern will trotz 5 gegentoren den gral
Jonathan Tah lacht nicht, wenn er die 5:4-Pleite in Paris Revue passieren lässt. Er ballt die Faust. „Diese Nacht war ein Fußball-Krimi, aber kein Selbstläufer für PSG“, sagt der Innenverteidiger vor dem Rückspiel. Seine Botschaft: Bayern dreht nicht an der Stellschraube, Bayern dreht auf.
Die defensive kassiert, die offensive liefert – und das soll so bleiben
Seit sechs Pflichtspielen spritzen die Münchner wie ein verrostetes Feuerwehrauto: 16 Gegentreffer, kein Clean Sheet. Die Zahlen schreien nach Nervosität, doch im Trainingslager kursiert ein anderes Wort: Risikokultur. Tah erklärt, warum keiner in der Hintermannschaft nach einer Rückzugsformation fleht: „Wir haben diese Spielweise gewählt, um in Budapest zu stehen. Jetzt umschwenken? Das wäre Selbstaufgabe.“
Vincent Kompany hat die Abwehrreihen nicht einmal in einen Tieferen Block geschoben, als in der 88. Minute in Paris der fünfte Gegentreffer fiel. Stattdessen: sofortiges Presing, dritter Mann hoch, Nuñez links aufrücken. Die Philosophie ist keine Maskerade, sondern ein Gelübde. Tah formuliert es so knapp wie schonungslos: „Wenn wir zurückschalten, sind wir das bessere Werder Bremen – nicht der FC Bayern.“

Der plan für dienstag: noch mehr ballbesitz, noch mutigere räume
Die Videoanalyse zeigt ein Detail, das die Lautstärke im Allianz Arena erzeugen wird. PSG presst nur dann hoch, wenn Marquinhos die Mittellinie überspringt. Lösung: Bayern zieht ihn mit gezielten langen Diagonalbällen auf links, wo Alphonso Davies bereits mit 38 km/h startet. Tah liefert die Fußnote: „Wenn wir die Außenbahn gewinnen, haben wir in 3,4 Sekunden Überzahl vor dem Strafraum. Das ist keine Theorie, das ist Trainingsdaten-Realität.“
Knackpunkt bleibt die zentrale Doppelbesetzung. Michael Olise und Jamal Musiala müssen in Ballbesitz als zusätzliche Achter auftauchen, in Ballverlust sofort Tahs Rückraum abdichten. Der 28-Jährige fordert kein perfektes Spiel, sondern ein entschlossenes: „Zweikampfquote oben, zweite Bälle mit dem Ellbogen markieren, dann kann auch ein 4:3 stehen – Hauptsache wir stehen weiter.“

Ein finale winkt, das selbstvertrauen auch
Am 30. Mai entscheidet sich in Budapest nicht nur der Pokal, sondern die Glaubwürdigkeit eines Projekts. Tah spürt die Last, ignoriert sie aber gekonnt: „Druck ist ein Privileg. Wer ihn nicht erträgt, soll Schach spielen.“ Die Kabine zitiert intern einen Satz des Trainers: Wir spielen nicht gegen PSG, wir spielen für unsere Idee.
Die Fans erwarten ein Feuerwerk, die Kritiker erwarten den Kollaps. Tah erwartet 90 Minuten, die in die Geschichtsbücher flattern – egal wie viele Tore am Ende drinstehen. Sein Fazit kurz vor dem Anpfiff: „Wenn wir mutig sind, werden wir das Spiel drehen. Wenn wir ängstlich sind, dreht sich alles gegen uns. Also: Gas geben, Risiko leben, Paris mit nach Hause nehmen.“
