Süle raus, özcan auch: bvb schmeißt zwei millionäre raus

Niklas Süle wusste es schon vor der Pause. Am Freitag um 11.23 Uhr durften es auch wir erfahren: Borussia Dortmund trennt sich nach der Saison von seinem einst teuersten Abwehrspieler. Der Vertrag des 30-Jährigen läuft aus, die Trennung laut Klub „einvernehmlich“. Ein Wort, das in diesem Fall nur bedeutet: kein Verein wollte zahlen, kein Spieler wollte runter.

Sportlich ist die Entscheidung kein Paukenschlag. Süle kam 2022 als Champions-League-Sieger aus München, sollte die Hintermannschaft stabilisieren. Stattdessen prägten Wackler, Pfiffe und eine Knie-OP die Bilanz: 108 Einsätze, aber selten die erhoffte Ruhe. Mit 8,5 Millionen Euro Jahresgehalt war er zudem Dauerschmerz auf der Lohnliste.

Salih özcan folgt dem beispiel

Salih özcan folgt dem beispiel

Nur Minuten nach der Süle-Meldung bestätigte der BVB die zweite Personalie: Auch Salih Özcan muss sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Der Mittelfeldstratege, einst für 5 Millionen Euro aus Köln geholt, kam in dieser Saison auf magere 17 Pflichtspiel-Einsätze. Seine Statistik: kein Tor, keine Vorlage, dafür 37 Fouls – ein Wert, der seine Rolle als Abräumer unterstreicht, aber die sportliche Leitung offenbar nicht überzeugte.

Für beide Spieler bleibt noch ein halbes Jahr, sich in Szene zu setzen. Süle könnte als Innenverteidiger in der 3-Mann-Kette von Nuri Şahin nochmal zum Zug kommen, Özcan hofft auf Einsätze im DFB-Pokal. Ihre Berater dürften bereits Kontakt halten: Premier-League-Klubs schauen sich nach erfahrenen Bundesliga-Kräften um, in der Türkei kursieren erste Spekulationen.

Die Ablösefreiheit macht beide Profis zur attraktiven Sonderangebot-Kategorie. Vereine bekommen Leistungsträger ohne Transfer, die Spieler erhalten neue Verträge mit Sign-On-Boni. Ein Kreislauf, der im Sommer 2026 wieder startet – diesmal ohne schwarz-gelbe Farbe.

Der BVB spart unterdessen rund 14 Millionen Euro Jahresgehalt. Das Geld ist bereits budgetiert für einen Top-Verteidiger und einen Sechser, der Ball und Gegner gleichermaßen bändigen kann. Sportdirektor Sebastian Kehl will Tempo statt Tonnen, Passspiel statt Pressfehler. Die Rückkehr zur schnellen Umschaltung ist offizielles Ziel.

Für Süle und Özcan beginnt die nächste Reise. Für Dortmund beginnt die nächste Rechnung: Wer ersetzt Erfahrung, ohne neue Schulden zu produzieren? Die Antwort entscheidet mit über Erfolg oder Scheitern der nächsten Saison. Die Uhr läuft – bis Sommer, bis Neuanfang.