Stuttgart stolpert gegen bremen: champions-league-träume wackeln
Der VfB Stuttgart hat im Kampf um die Champions League einen Rückschlag hinnehmen müssen. Das 1:1 gegen Werder Bremen ließ die Schwaben Punkte liegen und sorgte für eine Ernüchterung im Wohnzimmer des Neckarstadions.

Rotationsoffensive zeigt wirkung – aber nicht genug
Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor dem Spiel gegen Werder Bremen eine überraschend junge und frische Elf auf das Feld geschickt. Tiago Tomas, Chema, Lorenz Assignon, Bilal El Khannouss und Luca Jaquez durften von Beginn an ran, zudem feierte Dan-Axel Zagadou nach langer Verletzungspause sein Comeback. Eine solche Rotation zeugt von der ambitionierten Ausrichtung des VfB, birgt aber auch Risiken. Und diese Risiken machten sich gegen die robusten Bremer deutlich bemerkbar.
Die Gäste präsentierten sich von Beginn an als unangenehmer Gegner und gingen durch Jens Stage in der 18. Minute in Führung. Ein einfacher Pass durch die Stuttgarter Abwehr genügte, und der Däne ließ Bredlow keine Chance. Die Reaktion der Hausherren blieb zunächst aus, das Spiel wirkte träge und schläfrig – wie Ermedin Demirovic später selbst zugab.
„Kürzer geht es kaum“, kommentierte Hoeneß die kurze Pause zwischen dem Pokalspiel gegen Freiburg und der Partie gegen Bremen. Die Müdigkeit machte sich bei einigen Spielern offenbar bemerkbar, hinzu kamen noch einige kleinere Blessuren. Doch die Schwaben gaben nicht auf. Mit Ramon Hendriks für Zagadou zur Pause und später mit Demirovic und Chris Führich brachte Hoeneß frischen Wind ins Spiel.
Und dieser Wind zahlte sich aus: El Khannouss spielte einen sehenswerten Pass auf Demirovic, der aus kurzer Distanz den Ausgleichstreffer erzielte. „Gegen Freiburg kam Tiago rein und macht das Tor in der 119. Minute, heute komme ich rein und mache das Tor. Die Qualität haben wir im Kader, das wissen wir“, jubelte der Bosnier.
Doch trotz des späten Ausgleichs und des weiteren Drucks auf die Bremer Abwehr gelang es dem VfB nicht, die Wende zu erzwingen. Die Hoffnungen auf einen Heimsieg schrumpften zusehends, während die Uhr unaufhaltsam heruntertickte.
Die beiden verlorenen Punkte könnten am Ende bitter teuer werden. Denn die TSG Hoffenheim gewann am selben Tag mit 2:1 gegen den Hamburger SV und zog damit auf Punktgleichheit mit den Schwaben. Das direkte Duell am kommenden Samstag wird daher zur Mini-Endspielcharakter haben.
„Jetzt geht es um die Champions League“, betonte Hoeneß nach dem Spiel. „Ich freue mich drauf, mich auf die TSG vorzubereiten. Und dann haben wir dort ein richtig heißes Spiel.“ Doch bevor es so weit ist, müssen die Stuttgarter ihre Kräfte sammeln und sich auf eine weitere schwere Aufgabe einstellen. Denn die Champions-League-Plätze sind hart umkämpft, und der VfB Stuttgart darf sich keinen weiteren Ausrutscher erlauben.
