Stuttgart kassiert doppelschlag in porto und steht mit dem rücken zur wand

Der Traum vom Viertelfinale ist für den VfB Stuttgart nur noch ein Sparflamme. In der Dragão-Arena gaben die Schwaben eine 1:2-Hinspielniederlage zum Besten, kassierten zwei Gegentore nach Ballverlusten und müssen nun in einer Woche im MHP-Arena mindestens zwei Treffer erzielen, um die Europapokal-Reise nicht abzubrechen.

Was wie ein Routinetag begann, entpuppte sich als Katastrophen-Viertelstunde. Stuttgart spielte zunächst munter mit, doch nach einer Viertelstunde rissen die Nerven. Erst ein halbhoher Pass von Alexander Nübel in den Mittelkreis, dann ein Querpass von Derrick Köhn – beide Male schaltete Porto blitzschnell um. Evangelos Pavlidis bediente Samu Omorodion, der aus 14 Metern unhaltbar ins rechte Eck traf. Sechs Minuten später das Déjà-vu: Chabot verliert die Kugel, Zaidu flankt, Nico González legt quer, Gonçalo Borges drückt zum 0:2 über die Linie.

Undav hält die hoffnung am leben

Der Doppelschlag hätte das Genick brechen können, doch Stuttgart antwortete mit einer Demonstration von Moral. In der 40. Minute nutzte Deniz Undav eine unvollständige Porto-Abwehrkette, drehte sich um Thiago Silva und schlenzte aus zwölf Metern zum Anschlusstor. Die Gäste gingen mit einem Tor im Gepäck in die Kabine – und mit der Erkenntnis, dass die Defensive der Portugiesen nicht unüberwindlich ist.

Nach dem Seitenwechsel ein einziges Stuttgarter Gemetzel. Sebastian Hoeneß stellte auf Dreierkette um, Chris Führich und Jamie Leweling wechselten die Flügel, Stuttgart drängte Porto in die eigene Hälfte. In der 67. Minute schien der Ausgleich perfekt: Angelo Stiller nagelte einen Halbvolley aus 18 Metern unter die Latte, doch VAR-Referee Tiago Martins zog die Bremse. Atakan Karazor stand in aussichtsreicher Position im Abseits, die Fahne ging hoch, der Treffer zählte nicht.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Porto kassierte in 25 Liga-Partien gerade mal zehn Gegentore – Stuttgart traf sie zweimal in 90 Minuten. Dennoch reicht es nicht. Die Schwaben schossen 17 Mal, landeten sieben Schüsse aufs Tor, hatten 65 Prozent Ballbesitz – und verloren. Die Effizienz der Iberer war gnadenlos, die Chancenverwertung der Gäste verhalten.

Nun steht Stuttgart vor der Quadratur des Kreises: Am 13. März muss im Rückspiel mindestens ein 1:0 her, besser ein 2:0, um die Verlängerung zu erzwingen. Die letzte Heimniederlage datiert vom 2. Februar, doch gegen Portos Bollwerk wird selbst ein frühes Tor nicht reichen. Die Dragão hat gesprochen – die Arena wird in einer Woche erneut das Urteil sprechen. Der VfB hat 90 Minuten Zeit, um das Blatt zu wenden. Die Uhr tickt.