Stuhec donnert zum auftakt nach val di fassa – suter hält sich bedeckt

Ilka Stuhec hat mit einem Torfehler beinahe noch die Bestzeit geknackt. Die Slowenin raste in 1:22,92 Minuten die Piste herunter, kratzte dabei aber an einem Tor – und war trotzdem zwei Zehntel schneller als die Konkurrenz. Das erste Abfahrtstraining vor dem Saisonfinale in Val di Fassa endet mit einem Ausrufezeichen der 32-Jährigen.

Was niemand erwartet hatte: Corinne Suter, die in Soldeu noch zweimal aufs Podest fuhr, landet nur auf Rang acht. Die Schweizerin blieb fehlerfrei, verlor aber 0,92 Sekunden auf Stuhec. Ein Warnsignal? „Ich habe die Linie noch nicht ganz getroffen“, sagte Suter lapidar. Doch dahinter steckt mehr: Die Sonne verwandelte die Piste in ein Minenfeld, wer zu spät drückte, rutschte weg. Suter spielte sicher – und zahlte den Preis.

Blanc überrascht sich selbst

Malorie Blanc hingegen feuert sich ins Zwölfteam. Die 23-Jährige aus Visp blieb ebenfalls sauber, verlor nur 1,01 Sekunden und schob sich vor prominente Namen wie Mirjam Puchner. „Ich habe vor zwei Jahren noch in der Europa-Cup geskifft, jetzt liege ich vor Olympiasiegerinnen“, lachte sie. Ihre Karriere ist ein einziges SprintFinish – und sie spürt, dass sie noch ein paar Zehntel in der Hüfte hat.

Die übrigen Schweizerinnen rutschen dagegen ab. Joana Hählen, die gestern ihren Rücktritt nach dieser Saison ankündigte, wird 31., Delia Durrer 33. Die Bilanz: Keine weitere Skirennläuferin aus dem Swiss-Ski-Team unter den Top-30. Daria Zurlinden schied gar nach einem Fahrfehler aus. Die Daten sprechen eine klare Sprache: Das Speed-Team steht vor der WM 2025 am Scheideweg.

Val di fassa wird zum endspiel

Val di fassa wird zum endspiel

Am Freitag und Samstag folgen die Rennen, am Sonntag der Super-G. Wer hier punkten will, muss Risiko eingehen – und die richtige Wachs-Mischung im Ski. Die Wetterprognose verspricht kühle Nächte und warme Mittage, die Piste wird ruppig. Stuhec hat gezeigt, dass sie bereit ist, zu trumpfen. Suter muss nun nachlegen, will sie vor dem Finale nochmal angreifen. Die Uhr tickt – und die Zeitfenster schließen sich.

Val di Fassa ist kein Training mehr, es ist die letzte Bewährungsprobe vor dem großen Finale in Sölden. Wer hier zögert, fliegt raus aus den Kalkulationen. Die Saison neigt sich dem Ende zu, aber die Spannung steigt – und mit ihr die Geschwindigkeit.