Struth rechnet mit süle-skeptikern ab: 'bester deutscher innenverteidiger'

Volker Struth schlägt zurück. Während Niklas Süle beim BVB medial zum Buhmann mutiert, wettert sein Berater gegen das vermeintliche Abschreiben seines Klienten – und liefert eine Prognose, die selbst in Dortmund für Stirnrunzeln sorgen dürfte.

„Für mich ist er vom Potenzial nach wie vor der beste deutsche Innenverteidiger“, donnert Struth im Bild-Podcast „Phrasenmäher“. Kein Zögern, kein Relativieren. Der 59-Jährige wirft der Öffentlichkeit vor, Süle seit Monaten mit dem Ruf des Dauerverletzten und Leistungsverweigerers zu verfolgen. Dabei, so Struth, habe der 30-Jährige „viele Titel und große Spiele“ auf dem Buckel – nur falle das in der aktuellen Diskussion unter den Tisch.

Die verräterische zahl: 46 mal fehlte süle in dortmund

Die Bilanz seit seinem ablösefreien Wechsel vom FC Bayern 2022 liest sich wie ein Lehrbuch sportlicher Frust. Knie, Wade, Zeh, Rücken, Oberschenkel – die Diagnosen wechselten, der Platzverweis im Leistungszentrum blieb. In dieser Saison stand Süle gerade einmal sieben Mal in der Startelf. Für einen Nationalspieler, der einst mit 80-Millionen-Marktwelt galt, ein Offenbarungseid.

Doch Struth nimmt die Skeptiker in die Pflicht. „Wir müssen uns nichts vormachen: Speziell im letzten Jahr ist alles etwas holprig verlaufen“, räumt er ein. Der Satz klingt wie ein Schuldeingeständnis – ist aber nur der Aufhänger für den Gegenangriff. Denn Süle selbst habe sich in den Kopf gesetzt, „noch mal so richtig Spaß am Fußball haben zu wollen“. Ein Satz, der in Dortmund wie ein Spießrutenlauf klingt: Wer sich selbst auf die Fahne schreibt, neuen Mut zu wollen, wirft indirekt der sportlichen Führung vor, ihn nicht auf Kurs zu bringen.

Vertragsauslauf ohne happy end?

Vertragsauslauf ohne happy end?

Im Sommer läuft Süles Kontrakt aus. Ein Karriereende schließt Struth aus – was angesichts der Verletzungshistorie bemerkenswert ist. Die Frage ist nur: Wer bietet einem Innenverteidiger, der seit zwei Jahren keine durchgehende Serie mehr gespielt hat, noch eine Perspektive? Die Antwort liefert Struth mit dem Pathos eines Mannes, der weiß, dass sein Job mit Süles Leistung lebt oder stirbt. „Unwahrscheinlich“, sagt er knapp zum Verdienstausfall – und lässt damit die Spekulation über einen Wechsel in die Türkei, nach Katar oder in die MLS offen.

In Dortmund indes dürfte man den Kopf schütteln. Die sportliche Leitung um Nuri Sahin und Lars Ricken plant längst mit einer jüngeren, robusteren Abwehr. Süles Marktwert ist laut Transfermarkt.de auf fünf Millionen Euro geschrumpft – ein Minus von 75 Prozent seit seinem Höchststand 2018. Struths Mission: diesen Wert wieder aufzupolieren. Ob das gelingt, hängt allein an Süles Körper – und daran, ob er seine zweite Karrierehälfte nicht doch woanders beginnt.

Die Zeit läuft. Und Struth weiß: Jede weitere Verletzung ist ein Nagel im Sarg, nicht nur für Süle, sondern auch für die Glaubwürdigkeit des Beraters, der seinen Klienten zum besten deutschen Innenverteidiger erklärt – während die Liga längst die nächste Generation einläutet.