Struff demoliert top-10-star bublik und schlägt ein ausrufezeichen in paris
Jan-Lennard Struff hat auf dem Court Suzanne-Lenglen einen Knall ausgelöst: Der 36-jährige Warsteiner katapultierte den Weltranglisten-Zehnten Alexander Bublik mit 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5 aus den French Open. Ranglistenpapier? Egal. Struff agierte wie ein Mann, der weiß, dass er seine letzte Chance nutzen muss.
Der moment, als bublik die kontrolle verlor
Gleich zwei Doppelfehler in Serie beim 5:5 im vierten Satz – das ist der Kasache nicht gewohnt. Bublik, sonst ein Showman mit Trickaufschlägen und Tweenern, sah plötzlich wie ein Entfesselter aus, der sich selbst nicht mehr versteht. Struff dagegen strahlte Ruhe aus, holte sich das Break und servierte danach mit eiskalter Präzision zum Matchgewinn. Die Tribüne tobte, selbst die sonst nüchternen Pressezonen brummten.
Die Zahlen hinter dem Spektakel: Struff verwandelte acht von zwölf Breakchancen, schlug zwölf Asse, lief 1.400 Meter mehr als sein Gegner und ließ den Ball nie länger als 1,9 Sekunden in seinem Feld. Klingt nach Detailkram? Für Profis entscheiden diese Millimeter und Millisekunden über Karrieren.

Warum dieses ergebnis mehr bedeutet als nur eine runde
Struff stand vor Monaten kurz vor dem Karriere-Ende, patellasehnenbedingt. Jetzt jubelt er in Runde zwei gegen einen Mann, der vor ihm locker 44 Plätze in der Weltrangliste auftreibt. Keine Marketing-Story, sondern pure Zahlenrealität. „Ich habe Bock“, sagte er nach dem Match in die Kamera – drei Worte, die bei ihm wie eine Kampfansage klingen, weil jeder im Tenniszirkus weiß: Für den Warsteiner ist jeder Punkt seit seiner Verletzung ein kleines Wunder.
Die Konsequenz: Struff trifft nun auf den Franzosen Arthur Rinderknech. Ganz Paris wird schauen, ob der 36-Jährige weitermähen kann. Und Bublik? Der fliegt heim und muss erklären, wie er ausgerechnet gegen einen Veteranen mit Bandscheibenproblemen die Kurve verloren hat. Das wird ein langer Flug nach Astana.
