Stöckli: jörg roten übernimmt das ruder – ein neustart im weltcup-team?

Innsbruck – Stöckli beendet ein Kapitel undschreibt ein neues: Nach erfolgreichen Jahren mit Marc Gisin übernimmt Jörg Roten die Leitung des Rennsportteams. Der Walliser, der bis zuletzt im Weltcup-Zirkus als Trainer tätig war, spricht im Rahmen der Stöckli-Medienkonferenz offen über die Herausforderungen und seine Visionen für die Zukunft. Ein Wechsel, der im Vorfeld der bevorstehenden Weltmeisterschaft viele Fragen aufwirft.

Vertrautheit und neue strukturen: rotens erster eindruck

„Natürlich gibt es viele Gesichter, die ich bereits kenne, schließlich bin ich seit Langem im Geschäft dabei“, erklärt Roten. „Aber es gibt auch viele neue Kollegen, insbesondere in den Büros und in der Produktion. Es ist wichtig, diese Leute kennenzulernen, um die Prozesse zu verstehen und effektiv zusammenarbeiten zu können. Persönlicher Kontakt ist für mich essentiell – ein Netzwerk ist das A und O in diesem Business.“ Seine Worte unterstreichen den Wunsch nach einem ganzheitlichen Verständnis des Teams, das über die reine Trainerschaft hinausgeht.

Nahtloser übergang: vom weltcup-finale zum stöckli-test

Nahtloser übergang: vom weltcup-finale zum stöckli-test

Die Entscheidung für Stöckli fiel nicht über Nacht. Roten betont, dass er sich schon seit längerem mit der Möglichkeit auseinandergesetzt hat, sich stärker im Materialbereich zu engagieren. „Es begann mit der Arbeit mit Henrik Kristoffersen, wo uns die Bedeutung des Materials immer wieder bewusst wurde.“ Der Übergang vom Trainerjob zum Verantwortlichen für das Material erfolgte dabei erstaunlich reibungslos: „Ich war am Tag nach dem Weltcup-Finale bereits in Norwegen beim Testen – das war der perfekte Start in die neue Aufgabe.“

Wendy holdener: keine bösen worte, nur wertschätzung

Wendy holdener: keine bösen worte, nur wertschätzung

Die Frage, wie sich Wendy Holdener von diesem Wechsel betroffen fühlt, ist natürlich von Interesse. Roten beteuert, dass er Holdener rechtzeitig über seine Entscheidung informiert hat und dass es keinerlei Spannungen gab. „Sie hat sich gefreut. Wir sind da ohne ‚Regrets‘ auseinandergegangen.“ Er zeigt sich zudem überzeugt, dass ihr neuer Trainer, Christian Brill, sie hervorragend unterstützen wird: „Ich bin sehr happy, dass das sauber weiterläuft. Sie hat Vertrauen in ihn, und das ist wichtig.“

Mehr als nur skifahren: ein blick hinter die kulissen

Roten verdeutlicht, dass seine neue Rolle ihm einen tieferen Einblick in die Funktionsweise des Teams ermöglicht: „Wenn man einen Skifahrer anschaut, betrachtet man jetzt nicht nur seine Fahrweise, sondern auch, wie es unten daran funktioniert. Man ist einen Stock tiefer, das ist anders.“ Sein Fokus liegt nun auf der Zusammenarbeit mit Mathieu Favre und den Serviceleuten, um gemeinsam die Leistungsfähigkeit des Materials zu optimieren. Die Entwicklung neuer Technologien und die kontinuierliche Verbesserung der bestehenden Ausrüstung stehen dabei im Mittelpunkt.

Die herausforderung slalom: eine lücke schließen

Obwohl Stöckli im Bereich der Herren-Disziplin glanzvolle Erfolge feiert, fehlt es im Slalom an Fahrern, die regelmäßig um die vorderen Plätze kämpfen. Roten räumt ein, dass es hier eine Lücke gibt, die geschlossen werden muss. „Es ist gewissermassen ein Zyklus. Im Moment liegt die Priorität darauf, die bestehenden Disziplinen auf diesem Top-Niveau zu halten. Aber es ist sicher auch ein Ziel, diese Lücke irgendwann zu schließen.“

Mit Marco Odermatt an der Spitze und dem Anspruch, im Materialbereich die besten Voraussetzungen für Siege, Medaillen und Weltcup-Kugeln zu schaffen, steht Stöckli vor einer spannenden Saison. Jörg Roten hat die Aufgabe übernommen, dieses hohe Niveau zu halten und weiterzuentwickeln – ein ambitioniertes Ziel, das er mit seiner Erfahrung und seinem Netzwerk angehen wird. Nur die Zeit wird zeigen, ob dieser Wechsel den erhofften Erfolg bringen wird, aber eines ist klar: Stöckli hat mit Jörg Roten einen erfahrenen Kopf an Land gezogen, der das Team mit neuen Ideen und frischer Energie versorgen kann.