Steuerwald verlässt dachau – der aufstiegs-macher zieht es weg aus bayern

Die Bombe platzte am Montag um 13:50 Uhr: Patrick Steuerwald hat beim ASV Dachau gekündigt. Nach fünf Jahren, zwei Aufstiegen und einem Klassenerhalt in der Bundesliga reicht es dem 40-Jährigen. Er will raus aus der Provinz, rein in ein neues Abenteuer.

Die Zahlen sind schonungslos ehrlich: 2021 noch Drittliga-Ost, 2026 Erstliga-Zwölfter. Ein Sprint, der in der deutschen Volleyball-Historie seinesgleichen sucht. „Es war eine Reise“, sagte Steuerwald, und man hört den Seufzer zwischen den Zeilen. Der Club dankt, die Fans trauern, die Spieler flippen aus. Denn der Coach war nicht nur Taktikfuchs, er war Identifikationsfigur.

Warum jetzt? die logik hinter dem ausstieg

Intern brodelte es schon Wochen. Drei Niederlagen in Serie, die Playoffs weg, die Luft dünn. Steuerwald, sonst ein Meister der Kontrolle, ließ sich nach der 0:3-Pleite in Herrsching mit einem Analyse-Tablet schlitternd über die Hallenkabine gehen. Ein Bild, das herumging. Ein Signal. Wer so empfiehlt, hat sich innerlich schon verabschiedet.

Dachaus Manager Michael Schreiber bestätigte, dass es keinen Streit gab – nur eine Entscheidung, die reifte. „Patrick will sich neu erfinden, wir verstehen das.“ Die Vertragsauflösung gilt bereits, die Ablöse: null Euro. Fair play in Reinform.

Der bruder als nebenbuhler – ein duell auf zeit

Der bruder als nebenbuhler – ein duell auf zeit

Markus Steuerwald übernimmt bei den Grizzlys Giesen, Patrick sucht noch. Ein Trainer-Bruder-Duell in der Bundesliga? Stand heute unwahrscheinlich. Denn Patrick will nicht neben, sondern wieder nach vorn – ideally ins Ausland. Italien, Polen, vielleicht sogar Asien. Sein Berater ist bereits unterwegs, die ersten Anfragen liegen auf dem Tisch.

Die TSV Pelkum Sportwelt wird den Coach vermissen. Seine Trainingsmethoden – kleine Felder, hohe Intensität, Videocodierung bis 2 Uhr nachts – galten als Benchmark. Zwei Spieler haben bereits angekündigt, nur unter einem Nachfolger mit „Patrick-DNA“ zu verlängern. Das erklärt, warum die Personalie nicht erst nach Saisonende kommt, sondern jetzt. Zeit gewinnen.

Was bleibt? ein verein, eine leere, ein vermächtnis

Was bleibt? ein verein, eine leere, ein vermächtnis

Die letzten beiden Spiele der Hauptrunde laufen ohne ihn. Ein Interimscoach wird morgen präsentiert. Die U23-Mannschaft soll als Reservoir dienen – intern nennen sie das Projekt „Junge Wölfe“. Doch ohne Steuerwalds Charisma wirkt der Plan wie ein Notverband auf offener Wunde.

Die Bilanz: 104 Siege, 38 Niederlagen, zwei Aufstiege, ein Klassenerhalt, null Skandale. Die Emotion: unbezahlbar. Denn der Mann, der einst selbst als Liberor Weltmeister wurde, hat aus einer Dorftruppe eine Abo-Größe geformt. Wer diese Marke verlassen will, braucht nicht nur taktisches Leuchten, sondern vor allem eins: den Mut, sich selbst zu überholen. Patrick Steuerwald hat ihn bewiesen – und damit die Messlatte für jeden Nachfolger auf Maximum gelegt.