Stephanie venier: vom wunderkind zur weltmeisterin – und der dramatische start ins mutterglück

Stephanie Venier, die gebürtige Tirolerin, hat ein Jahr voller Höhen und Tiefen hinter sich. Nach dem Triumph bei der Heim-WM im Jahr 2025 folgte der Rücktritt vom aktiven Skisport, eine Hochzeit und schließlich die freudige, aber auch erschütternde Geburt ihres Sohnes Max. Im Gespräch mit Radio U1 blickt die 32-Jährige nun auf ihre Karriere und das turbulente Mutterglück zurück – und enthüllt, dass der Weg an die Spitze alles andere als selbstverständlich war.

Die lange zeit des zweifels und die familiäre stütze

Anders als viele Top-Athletinnen galt Venier in ihrer Jugend keineswegs als Ausnahmetalent. „Ich war nie ein Wunderkind, habe nie einen Landescup gewonnen“, erinnert sie sich ehrlich. Oft fehlten nur Bruchteile von Sekunden, um das Ziel vor den Konkurrentinnen zu überqueren. Ihr Vater, der als Pistenbully-Fahrer arbeitete und ihr die Ski nachts im Keller präparierte, war dabei ihr Fels in der Brandung. Dieser familiäre Rückhalt erwies sich als entscheidend.

Venier spricht offen über eine schwierige Phase von drei Jahren, in der sportlich kaum etwas gelang. „Es war reine Kopfsache. Ich habe dem Skifahren alles untergeordnet, was aber nie meinem Naturell entsprach“, analysiert sie heute. Erst als sie zu ihrer Leichtigkeit zurückfand, kehrte das Erfolgserlebnis zurück. Die Erkenntnis, dass Erfolg nicht durch Zwang, sondern durch Freude am Sport entsteht, war der Schlüssel.

Dramatische stunden bei der geburt ihres sohnes

Dramatische stunden bei der geburt ihres sohnes

Die Freude über die Geburt ihres Sohnes Max wurde jedoch von dramatischen Stunden überschattet. Aufgrund von Komplikationen war ein Not-Kaiserschnitt unter Vollnarkose notwendig. „Ich sah Max erst rund acht Stunden nach der Geburt“, berichtet Venier sichtlich bewegt. Doch heute geht es dem kleinen Max gut, und die Familie genießt die gemeinsame Zeit.

Die ungewöhnliche ernährung: schnitzel statt salat

Die ungewöhnliche ernährung: schnitzel statt salat

Ein weiterer Aspekt, der für Aufsehen sorgt, ist Veniers Ernährung. Während im Spitzensport oft strenge Diätpläne herrschen, verfolgt die Tirolerin ihren ganz eigenen Weg. „Ich esse von klein auf kein Obst, kein Gemüse, keinen Salat und keinen Fisch“, erklärt sie mit einem Augenzwinkern. Dass sie dennoch Weltmeisterin wurde, zeugt von ihrer außergewöhnlichen Veranlagung. Das sonntägliche Schnitzelessen bei den Eltern bleibt ihr wichtigstes Ritual und der wahre Kraftort abseits der Piste.

Stephanie Venier hat bewiesen, dass auch ohne konventionelle Erfolgsrezepte und mit einer gehörigen Portion Familienliebe die Weltspitze erreichbar ist. Ihre Ehrlichkeit und Authentizität machen sie zu einer außergewöhnlichen Persönlichkeit im Skisport.