Stars fordern mallorca heraus: ex-profis diskutieren wm-chancen

Mallorca brodelt vor Fußball-Fieber! Auf den exklusiven Greens von Pula Golf und Son Servera treffen sich ehemalige Stars und erfahrene Trainer zum „Battle of Stars“, einem Benefiz-Golfturnier, das weit mehr als nur sportliche Unterhaltung bietet: Es ist ein informeller Austausch über die Chancen der Nationalmannschaft bei der anstehenden Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada.

Reina warnt: „das turnier wird hart umkämpft“

Pepe Reina, einer der teilnehmenden Routiniers, mahnt zur Vorsicht. „Es wird ein extrem schwieriges und hart umkämpftes Turnier mit mehr Teams als je zuvor. Spanien ist zweifellos eine der Favoriten, aber es wird keine leichte Aufgabe“, so der ehemalige Torwart. Er lobt die Auswahl des Bundestrainers: „Es sind 26 außergewöhnlich wichtige Spieler, die in ihren Vereinen eine tragende Rolle spielen und zudem den Teamgeist verkörpern.“ Dabei weist er auf die zunehmende Belastung durch den dichten Spielplan hin: „Der Terminkalender wird immer voller, die Anforderungen steigen. Ich hoffe, dass das sportliche Schauspiel nicht darunter leidet und die Spiele auf höchstem Niveau stattfinden.“

Clemente: „die hitze wird entscheidend sein“

Clemente: „die hitze wird entscheidend sein“

Javier Clemente, der bereits 1994 das deutsche Team in den USA betreute, sieht in der Hitze einen entscheidenden Faktor. „Spanien reist mit einem Team von Athleten an, nun muss sich zeigen, ob sie unter diesen Bedingungen spielen können. Damals, 1994, spielten wir Partien über 40 Grad ohne Trinkpausen – ein ganz anderes Niveau!“ Er nennt Brasilien, Argentinien und andere europäische Top-Teams als die größten Konkurrenten. „Allerdings sollte man sich von Überraschungen nicht ausgeschlossen fühlen. Irgendwann wird ein Team defensiv spielen, ein Standard erzielt und plötzlich steht es 1:0 – das ist Fußball.“

Ein codazo und die schatten der vergangenheit

Ein codazo und die schatten der vergangenheit

Die Anekdote um den Tassoti-Ellbogen gegen Luis Enrique bei der WM 1994 ist zwar abgehakt, doch Clemente erinnert sich noch immer an die fragwürdigen Umstände. „Es war ein Schiedsrichter-Fehler, aber nicht unbedingt, weil er sich geirrt hätte. Das Problem lag in der falschen Bewertung im Protokoll, und er wurde für das Finale ausgezeichnet. Es war eine unglaubliche Verkettung unglücklicher Umstände. Es wirkte, als würde man jemanden verurteilen, obwohl man selbst am Tatort anwesend war – wie bei einem Mord, bei dem man zufällig die Waffe in der Hand hält.“ Clemente schmunzelt über seine Rolle als Mentor von Luis Enrique, Pep Guardiola und De la Fuente: „Ich habe ihnen beigebracht, was man nicht tun sollte und wie man das Lachen nicht verliert, denn das wird man ihnen ohnehin noch nehmen.“

Donadoni: „fitness entscheidet über sieg oder niederlage“

Donadoni: „fitness entscheidet über sieg oder niederlage“

Roberto Donadoni, der 1994 als Spieler zum WM-Titel führte, betont die Bedeutung der körperlichen Verfassung. „Spanien ist ein Favorit, aber letztendlich wird die Fitness der Spieler und die richtige Auswahl des Trainers entscheidend sein. Für Spieler, die in einer so stressigen Liga wie der spanischen spielen, ist es nicht einfach, in Topform anzutreten.“ Er bedauert die dritte Nicht-Teilnahme Italiens. „Es ist eine schwere Zeit für die italienischen Fans, aber die Probleme liegen tiefer und betreffen den gesamten Fußball, alle Organisationen.“

Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür, und die Diskussionen auf Mallorca zeigen: Die Vorfreude ist groß, die Erwartungen sind hoch, und die Erinnerungen an vergangene Triumphe und Enttäuschungen sind lebendig.