Stanley cup-feiern: so wird's graviert – und wer vergisst den punkt?

Die NHL-Meisterschaft, der Stanley Cup – ein Pokal, der mehr ist als nur Silber und Nickel. Er ist ein Denkmal für Triumphe, und für einige auch für vergessene Details. Während die Oilers aktuell um den nächsten Titel kämpfen, werfen wir einen Blick auf die faszinierende Geschichte der Gravuren und die deutschen Spieler, die ihren Namen in die Trophäe eingebracht haben.

Ein schluck bier und eine ewigkeit

6,18 Liter Bier – das fasst der Stanley Cup, und der Gedanke, daraus zu trinken, ist für jeden Eishockey-Spieler ein Traum. Wayne Gretzky, die Legende des Sports, bezeichnet den Pokal treffend als „die größte Trophäe im gesamten Sport“. Auch Leon Draisaitl, der nach zwei enttäuschenden Finalteilnahmen gegen Florida, nichts mehr als den Gewinn begehrt. Das Gefühl, als Teil eines Teams diesen Triumph zu erleben, ist unbeschreiblich.

Darüber hinaus gibt es eine bemerkenswerte Tradition: Seit 1995 darf jeder Meisterspieler einen Tag lang mit dem Stanley Cup verbringen – ein Privileg, das mit großer Verantwortung einhergeht. Der Pokal reist rund 300 Tage im Jahr, begleitet von persönlichen Aufpassern, und hat inzwischen 32 Länder besucht, darunter auch Deutschland.

Deutsche spuren im silbernen glanz

Deutsche spuren im silbernen glanz

Nico Sturm, der Augsburger, hat nach 2022 mit Colorado nun bereits seinen zweiten Stanley-Cup-Sieg gefeiert. Tom Kühnhackl, der 2016 und 2017 mit Pittsburgh gewann, kennt das Gefühl ebenfalls – allerdings mit einer kleinen Anekdote: Bei ihm wurden die Punkte über dem „ü“ vergessen. Ein Patzer, der zeigt, dass selbst bei der Ehrung von Champions Fehler passieren können.

Uwe Krupp, der zweimalige NHL-Meister von 1996 und 2002, litt unter einem anderen Schicksal. 2002, aufgrund einer Verletzung, kam er zu selten zum Einsatz und wurde daher von Detroits Titel-Team nicht eingraviert. Trotzdem ist er als Mitglied von Colorados Mannschaft von 1996 verewigt. Philipp Grubauer (2018 mit Washington) und Dennis Seidenberg (2011 mit Boston) komplettieren die Liste der fünf deutschen Stanley-Cup-Sieger.

Ein pokal, der wächst – und manchmal vergisst

Ein pokal, der wächst – und manchmal vergisst

Aktuell zieren 2655 Namen den Pokal, der seit 1958 in seiner aktuellen Form existiert. Da der Pokal nicht endlos wachsen kann, wird alle 13 Jahre ein Ring ausgebaut und durch einen neuen ersetzt. Der alte Ring findet seinen Platz in der Ruhmeshalle der NHL. Der aktuelle Ring ist erst 2029/30 voll. Ein Detail, das zeigt, wie die Geschichte des Eishockeys ständig weitergeschrieben wird.

Sturms chance auf den hattrick

Sturms chance auf den hattrick

Nico Sturm, der ehemalige Spieler von Minnesota Wild, hat nun die Chance, als erster Deutscher dreimal auf der Trophäe zu stehen. Colorado Avalanche gelten als Top-Anwärter auf den Cup, aber Sturm und seine Mannschaft werden alles daran setzen, diesen Traum zu verwirklichen. Die Play-offs, die am Samstag starten, versprechen packende Duelle und dramatische Momente.

Aber es gibt auch dunkle Kapitel in der Geschichte des Stanley Cups. 2021 wurde der Name eines Trainers von Chicagos Meister-Team 2010 mit „xxxx“ übergraviert, nachdem er des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden war. Ein Mahnmal dafür, dass Ruhm und Ehre nicht alles sind.

Die Geschichte des Stanley Cups ist eine Geschichte von Triumphen, Fehlern und vergessenen Namen – eine Geschichte, die immer weitergeht, mit jedem neuen Champion, der seinen Namen in den silbernen Glanz des Pokals trägt. Und wer weiß, vielleicht wird Nico Sturm schon bald zum dritten Mal in diese Chronik eintreten. Die NHL-Welt hält den Atem an.