Sprung zurück auf die piste: russen und ukrainer liefern sich erstmals seit 2014 paralympics-duell
30 Sekunden trennen Pavlo Bal und Ivan Golubkov – und ein Krieg. Im Para-Langlauf-Sprint von Tesero treten erstmals wieder Athleten aus Russland und der Ukraine im selben Rennen an. Ein Bild, das die Spiele von Mailand/Cortina 2026 auf eine harte Probe stellt.
Der start frei gilt auch für die hymne
Warwara Worontschichina hat den Anfang gemacht. Die 23-jährige Russin gewann Gold im Super-G der Stehenden – und ließ in Cortina die Nationalhymne erklingen. Das letzte Mal, dass das bei Paralympics unter russischer Flagge passierte, war 2014 in Sotschi. Die politische Brisanz: In Tesero starten heute gleich vier Ukrainer in derselben Klasse wie Golubkov. Die Organisatoren haben Sicherheitszonen aufgebaut, doch auf der Strecke gibt keine Absperrung.
Julian Wiegmann kommentiert die Qualifikation, Halbfinale und Finale live in der ARD. Wer zuhört, spürt die Anspannung. „Jeder Atemzug zählt“, sagt er, „wenn hier zwei Länder aufeinander treffen, deren Beziehung seit zwölf Jahren zerbrochen ist.“

Deutsches podium nach sturz-pleite
Christoph Glötzner war auf Kurs, dann rutschte ein Ski weg. Der 22-Jährige aus Oberstdorf schied im Super-G aus, konnte aber selbstständig abfahren. Für Anna-Lena Forster läuft es besser. Die Monoskifahrerin liegt in der Kombination auf Silberkurs, 2,82 Sekunden hinter Audrey Pascual Seco. Andrea Rothfuss dagegen muss nach einem Fehlerlauf mit Rang acht vorliebnehmen – ihre Chance auf die dritte Kombi-Medaille nach 2014 und 2018 ist dahin.
Die Temperaturen steigen, der Schnee wird weich. Die Athleten starten früher, um 9.40 Uhr, damit die Piste noch hält. Wer hier sprintet, rennt nicht nur um Medaillen, sondern auch gegen die Uhr des Klimas.
Am Ende des Tages steht eine Zahl: 5 Stunden 40 Minuten Non-Stop-Livestream. Genug Zeit, dass sich Bilder finden, die länger halten als jede Politik.
