Sprit wird zum kostenfresser: diesel um 21 % teurer, hilfe aus rom reicht nicht

Ein Vierteljahr reicht der Staat: 20 Cent Erleichterung pro Liter bis 7. April, dann droht der nächste Preisschub. Die Cgia di Mestre fordert jetzt den EU-Eingriff – sonst platzen die Budgets von 306 000 Berufskraftfahrern.

Rom kratzt nur an der oberfläche

Die Entscheidung war schnell, die Wirkung bleibt kurz. Nach dem neuen Nahost-Konflikt schaltete Palazzo Chigi die Akzise runter – 20 Cent netto, 24,4 Cent brutto. Für Lkw über 7,5 t gibt es einen Steuergutschein, der die Mehrkosten gegenüber Februar 2026 abfedern soll. Kleine Lösung, großes Problem: Seit 1. Januar klettert diesel um 20,9 % auf 1,978 €, Super um 3 % auf 1,734 €. Ein 40-Tonner braucht für dieselbe Strecke plötzlich 172 € mehr pro Tankfüllung – das summiert sich auf 12 350 € im Jahr.

Die Cgia rechnet vor: 80 % der italienischen Ware bewegt sich auf der Straße. Wenn die Pumpe diktiert, zittert die ganze Logistik. Aktenordner voll mit Fixkosten: Maut, Versicherung, Wartung. Hinzu kommt der Strompreis für Flotten-E-Autos: plus 43 % in zwanzig Tagen, von 70 auf 100 € pro Schnellladung. Wer seine Tarife nicht frei verhandeln kann – Taxi, Mietwagen, Reisebus –, sitzt auf der Kostenfalle.

Brüssel muss die handbremse lösen

Brüssel muss die handbremse lösen

Die Forderung der Venezianer Handwerker-Vertretung ist klar: EU-weite Steuer-Senkung auf Energieprodukte, damit jeder Mitgliedstaat national nachlegen kann. Bisher blockieren die Energiesteuerrichtlinien nationale Sonderwege. Die Kommission hatte schon 2022 eine „Diesel-Sonderregel“ für die Ukraine-Krise erlaubt – warum nicht jetzt?

Die Zahlen, die niemand schönreden kann: 68 500 Spediteure, 31 600 Taxi- und Mietwagen-Fahrer, knapp 3 000 Reisebus-Betreiber plus 203 000 Außendienstler. Konzentriert auf Adriatische-Adria-Achse: Emilia-Romagna 7,17 %, Marken 7,15 %, Venetien 7,03 %. Bologna, Ancona, Padua liegen mit über 8 % noch darüber. Die Region trägt, der Staat bremst.

Rom winkt ab: „Wir schauen nach dem 7. April.“ Für viele Betriebe ist das ein Todesstreich. Wer mit Festpreis-Verträgen arbeitet, kann Mehrkosten nicht weitergeben. Die pleite Bank holt die Rechnung ein – und zwar sofort. Die Drohkulisse: höhere Inflation, leere Regale, steigende Ticketpreise. Keine Rettung in Sicht, solange Brüssel die Zügel festhält.

Die Botschaft ist hart, aber ehrlich: Die 20-Cent-Geste war ein Pflaster auf einer offenen Fraktur. Ohlen die EU-Regeln, kippt binnen Wochen ein ganzer Wirtschaftszweig. Die Cgia hat den Wecker gestellt – jetzt muss Brüssel aufwachen.