Springer verspielt führung – deutscher darts-traum in göttingen geplatzt

Die „Niko-Niko“-Rufe erstarben, als Damon Heta die Doppel-16 traf. Mit dem 6:5 im Viertelfinale der European Darts Trophy begrub der Australier nicht nur Niko Springers Hoffnung auf ein Heim-Halbfinale, sondern beendete auch den letzten deutschen Traum in Göttingen.

Was sich nach einem Märchen angefühlt hatte, endete mit einem Nervenkrimi. Springer lag 5:3 vorne, hatte zwei Legs Vorsprung, das Publikum am Limit – und dann kam Heta. 50 Punkte im Schlussleg, Average über 100, klinisch kalt.

Springers ritt endet am oche

Springers ritt endet am oche

Der 26-Jährige hatte den Samstag noch mit dem Ausrufezeichen gegen Stephen Bunting veredelt, am Sonntag Ross Smith abgefertigt. Doch gegen Heta fehlte das letzte Zündquäntchen. Die Analyse des Spiels liest sich wie ein Lehrbuch für „so verliert man eine Führung“: Checkout-Rate 38 %, kein einziger Break nach dem 5:3, dafür drei Legs in Folge abgegeben.

Der Verband wird die Bilanz dennoch positiv sehen. Mit Rang 51 springt Springer erstmals in die Top 60 der Weltrangliste, 10.000 Pfund Preisgeld sicher. Für Heta geht es nun gegen Gerwyn Price oder Dirk van Duijvenbode, während sich die Niederländer Niels Zonneveld und Wessel Nijman im ersten Halbfinale duellieren.

Deutschland? Ab morgen wieder Zuschauerrolle. Die restliche deutsche Delegation – Lukas Wenig, Paul Krohne, Martin Schindler – war schon zuvor gescheitert. Springer bleibt als einziger mit erhobenem Kopf: Er winkte trotz Niederlage in die Kameras, die Fahne über den Schultern. Ein Trost, der nicht mal einen Dart wert ist.