Sportvereine stellen sich quer: kampf gegen rechtsextremismus verschärft

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Sportjugend (dsj) schlagen Alarm: Der Kampf gegen antidemokratische Tendenzen und menschenfeindliche Gruppierungen im Sport wird deutlich intensiviert. Eine überarbeitete Positionspapiers aus dem Jahr 2020 soll nun Klarheit schaffen und Sportvereine bei der Bewältigung gesellschaftlicher Spannungen unterstützen.

Ein klares bekenntnis zu demokratischen werten

Ein klares bekenntnis zu demokratischen werten

„Sportvereine sind Orte der Begegnung und des Zusammenhalts – gerade deshalb müssen wir unmissverständlich machen, wo die Grundwerte des Sports verletzt werden“, betont DOSB-Präsident Thomas Weikert. Die neue Positionierung benennt ohne Umschweife Parteien und Gruppierungen, die den demokratischen Werten zuwiderlaufen, ohne einzelne Akteure ins Visier zu nehmen. Ein Maßnahmenkatalog soll Geschäftsstellen, Gremien, Vereine und Verbände Orientierung bieten.

Die Sportjugend geht sogar noch einen Schritt weiter. Benny Folkmann, Vorstandsmitglied der dsj, erklärt: „Der organisierte Sport ist parteipolitisch, aber nicht gesellschaftspolitisch neutral. Er steht für eine demokratische Gesellschaft und stellt sich gegen Extremismus, insbesondere den Rechtsextremismus, der aktuell die größte Herausforderung darstellt.“ Konkret werden völkische Nationalismen, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung klar abgelehnt.

Ein Blick in die Zukunft: Die überarbeitete Positionierung ist mehr als nur ein Papier. Sie ist ein Signal an alle, die im Sport eine Heimat suchen: Demokratie, Toleranz und Respekt sind hier die einzigen Regeln. Die Nennung von Namen wie die AfD oder die Grauen Wölfe zeigt, dass die Verbände keine Kompromisse eingehen wollen. Es geht um die Verteidigung der Werte, die den Sport ausmachen – und das ist eine Aufgabe, die jeden Einzelnen betrifft.

Die Zahl der Vorfälle, die von den Sportverbänden gemeldet werden, ist besorgniserregend. Allein im letzten Jahr gab es über 300 dokumentierte Fälle von Diskriminierung und Hassrede in Sportvereinen. Das zeigt, dass die Herausforderungen real sind und schnelles Handeln erfordert. Die Sportverbände haben nun die Weichen gestellt – es bleibt abzuwarten, ob die Vereine und Verbände diese auch umsetzen.