Sporting wirft bodø/glimt raus: 5:0 nach 0:3 – lissabons nacht der raserei

90 Minuten lang wirkte Bodø/Glimt wie ein Hirsch im Scheinwerferlicht. Das 3:0 aus dem ersten Duell lastete so schwer auf den norwegischen Knien, dass sie in Lissabon nur noch reagierten – und am Ende sang die Alvalade-Südkurve: 5:0 n.V., Tor Nummer vier fiel nach 92 Sekunden Verlängerung, Nummer fünf mit dem Schlusspfiff. Kein Fußball-Märchen, sondern ein Gruselspiel für den Klub jenseits des Polarkreises.

Der elfmeterton und die angst

Die Wende besiegelte Luis Suarez per Strafstoß – ein Elfmeter, der nach VAR-Einsatz fragwürdig blieb. Der Ball prallte an Odin Bjørktans Hüfte, dann an den Arm, Referee Sandro Schärer zeigt auf den Punkt. 78. Minute, 3:0, und die Gäste wussten: Jetzt brauchen sie nur noch einen Treffer, um die Verlängerung zu erzwingen. Den bekamen sie prompt, weil sie fortan jeden Ball nach vorne schlugen – und Sporting konterte gnadenlos.

Die Zahlen sind brutal: 15:0 Torschüsse zur Pause, 28:5 am Ende, 68 Prozent Ballbesitz für die Portugiesen. Bodø/Glimt kam nicht einmal zu einer nennenswerten Chance; selbst der Pfosten half zweimal mit.

Haikin hält, aber die kette rutscht

Haikin hält, aber die kette rutscht

Nur Nikita Haikin stand zwischen der norwegischen Katastrophe und einer historischen Demontage. Der Keeper parierte bis zur 92. Minute alles – dann war auch er machtlos. Maxi Araujo netzte nach Suarez-Vorlage, Rafael Nel schoss in der Nachspielzeit den fünften Treffer. Die Körpersprache der Gäste kollabite sichtbar: Keiner sprach mehr, alle schauten zum Boden, als hätten sie vergessen, wie man läuft.

Für Sporting ist es das erste Viertelfinale seit 2022. Dort wartet der Sieger aus Arsenal gegen Leverkusen – ein Los, das plötzlich ganz machbar wirkt, nachdem die Löwen von der Tejo bewiesen haben, dass sie auch mit dem Rücken zur Wand treten können.

Bodø/Glimt fliegt raus, aber die Lektion ist klar: Ein 3:0 ist in der Champions League nur eine Zahl, solange die Konzentrung stimmt. Die war am Dienstag nicht mehr vorhanden – und so endet das Märchen buchstäblich mit dem Schlusspfiff in Lissabon.