Simeone zieht bilanz: „barça spielt weltklasse – wir schalteten sie zweimal aus“
Die Luft wird dünn für Atlético Madrid. Drei Spieltage vor Saisonende hängt der Champions-League-Platz am seidenen Faden, doch Diego Simeone will den Kollaps nicht zur Katastrophe erklären. „Alles ist real“, sagt er vor der Reise nach Pamplona. „Wir haben noch eine minimale Chance, bis zum letzten Spieltag nach Villarreal mit offenen Visier zu fahren.“
Canteranos statt stars – simeone setzt auf jugend
Die Länderspielpause fordert Opfer: Griezmann fehlt, Koke ist ein Fall für sich, Giménez laboriert am Sprunggelenk. Die Lösung kommt aus der Akademie. „Wir bauen das beste verfügbare Team und geben Talenten die Bühne, die sie sich wünschen“, erklärt der Coach. Ein Hauch von „Next-Man-Up“ weht durch Majadahonda, wo die U19 gerade die Copa de Campeones gewann.
Dabei geht es nicht ums Mitgefühl, sondern um den Instinkt. „Wenn du mit Freunden kickst, willst du gewinnen – egal, ob es ums Abendessen oder die Meisterschaft geht“, poltert Simeone. Der Wettkampf sei „das natürliche Doping des Fußballs“, ein Satz, der sofort in Whatsapp-Statusmails landet.

Wm-alarm: die kalenderfalle schnappt zu
16 Tage trennen den letzten Liga-Einsatz vom Eröffnungsspiel in Katar. Für Lamelas, Giménez und Co. wird die Uhr zur tickenden Bombe. „Ich sprach mit Kollegen – es ist ein Jammer, wenn Spieler nur 72 Stunden vor dem Turnier auf dem Ras stehen“, kritisiert Simeone. Sein Vorstoß: Die FIFA müsse Ligen und Verbände stärker synchronisieren, statt „Kompensationszahlungen zu erfinden, die niemanden kompensieren“.
Der Blick fällt auch auf Barcelona. „Sie spielen momentan den besten Fußball der Welt“, schwärmt er, bevor er hinter die Fassade blickt: „Und wir haben sie zweimal aus dem Pokal geworfen – Gott, war das schön!“ Der Satz hallt durchs Presseraum, ein Seitenhieb, der die ganze Saison in einem Atemzug erklärt: Atlético kann alles schlagen – wenn sie denn wollen.
Am Ende bleibt ein Mann ohne Ausreden. „Wenn ich jetzt anfange zu erklären, nennen es die Experten Ausreden“, sagt Simeone knapp. Die Liga verlangt Taten, nicht Worte. In Pamplona geht’s los, sonst wird Villarreal zur Nachspielzeit ohne Atlético stattfinden.
