Giro d'italia: uae-emirates im chaos – chance für junge talente?

Bulgarien – Ein Schock für das UAE-Emirates-Team beim Auftakt des Giro d'Italia: Nach dem verheerenden Massensturz der zweiten Etappe stehen die Zeichen für den Pogacar-Rennstall auf Umbruch. Adam Yates, Jay Vine und Marc Soler fielen aus, und die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Gesamtmeisterschaft scheinen dahin zu schwinden. Doch aus jeder Krise erwächst eine Chance – könnte dies der Moment für die "jungen Wilden" sein?

Der sturz, der alles veränderte

Das Drama begann bereits vor dem Start der Rundfahrt, als Joao Almeida kurzfristig aus dem Aufgebot gestrichen werden musste. Doch der Massensturz am Samstag, bei dem gleich mehrere Top-Fahrer zu Fall kamen, war der eigentliche Knall. Neben Kapitän Yates, der als ernsthafter Gesamtklassements-Anwärter galt, verloren die UAE-Emirates auch mit Vine und Soler wichtige Helfer und potenzielle Etappensieger. Nur noch fünf Fahrer des Teams sind nun in Italien.

„Der gesamte Plan ist über den Haufen geworfen“, kommentierte Eurosport-Experte Robert Bengsch die Situation. „Das war ein schwerer Schlag, aber sie müssen jetzt aus der Situation etwas machen.“ Auch Rolf Aldag, ehemaliger Sportdirektor bei Red Bull, sieht Chancen: „Vielleicht bekommen wir jetzt sogar noch mehr Unterhaltung, als es mit einem Fokus auf die Gesamtmeisterschaft möglich gewesen wäre.“

Die stunde der "jungen wilden" schlägt?

Die stunde der "jungen wilden" schlägt?

Mit dem Aus der erfahrenen Routiniers im Team rücken nun jüngere Talente in den Fokus. Der Altersdurchschnitt des UAE-Girokaders ist spürbar gesunken. Besonders Jan Christen, der bereits die AlUla Tour gewonnen hat und bei der Ruta del Sol einen starken vierten Platz belegte, präsentierte sich am Samstag bereits in Topform. „Er hat am Samstag schon Antworten gegeben“, so Bengsch. „Ich rechne mit Christen auf Etappensiege – vielleicht nicht für die Gesamtmeisterschaft, aber auf einzelne Etappen.“

Auch Igor Arrieta, der nur 1:11 Minuten Rückstand auf den Führenden hat, könnte sich zu einem Überraschungsmanöver in der Gesamtwertung entwickeln. Und mit den kraftvollen Morgado und Narvaez hat das Team zudem Fahrer, die auf den zahlreichen mittelschweren Etappen für Spektakel sorgen können. Die 100 Saisonsiege, die UAE im letzten Jahr feierte, sind in weite Ferne gerückt – derzeit steht der Rennstall bei 28 Siegen. Doch mit dieser neu gewonnenen Freiheit für die jungen Talente könnte sich das Blatt wenden.

Christen selbst betonte nach der Etappe, dass die Gesamtmeisterschaft nicht sein primäres Ziel sei, sondern dass er sich auf einzelne Etappen konzentriere. Ob sich daraus eine unerwartete Gesamtmeisterschaftskampagne entwickelt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Das UAE-Team wird mit einer neuen Energie und einem frischen Ansatz in die kommenden Etappen gehen.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob die "jungen Wilden" des UAE-Teams die Chance nutzen und das Rennen aufmischen können. Der Giro d'Italia verspricht jedenfalls ein spannendes und unvorhersehbares Kapitel zu werden.