Serie a-krimi: juve vor dem ziel, milan leer, roma und como jagen

Noch 180 Minuten, dann stehen die vier Champions-League-Tickets fest. Die Tabelle ist so eng wie ein Seilakt ohne Netz: Juventus 68 Punkte, Milan und Roma 67, Como 65. Dahinter lauert Napoli, das heute Abend gegen Bologna nachlegen kann und bei einem Sieg schon durch wäre.

Juve hat die köpfe klar, milan die beine schwer

Was zählt nach 36 Spieltagen? Nicht das Programm, sondern der Zustand. Die Alte Dame wirkt erholter denn je, weil sie sich ihre Rotation vor Wochen gegönnt hat. Der Gegner am Sonntag heißt Monza, das schon sicher ist – ein Geschenk für Massimiliano Allegri, der mit dem zweiten Platz seine persönliche Rückkehr perfekt machen will.

Beim Milan hingegen gleicht die Luft im San Siro einer abgelaufenen Batterie. Die 0:1-Pleite gegen Torino war kein Ausrutscher, sondern die logische Folge von 13 Pflichtspielen seit Februar. Stefano Pioli redet von „nur noch zwei Finals“, doch seine Stimme klingt, als hätte er selbst keine Energie mehr, sie zu glauben.

Roma und como nutzen den schwung

Roma und como nutzen den schwung

Während die Großen stolpern, schieben sich Roma und Como nach vorn. Die Giallorossi haben unter Claudio Ranieri 11 aus 15 Punkten geholt und den direkten Konkurrenten Atalanta gestern auswärts besiegt. Paulo Dybala lief wie ein Uhrwerk, Romelu Lukaku wuchtete den Ball zum 2:1-Endstand über die Linie. Die Kurve singt wieder „Grazie Claudio“, und das Olympiastadion fühlt sich plötzlich kleiner an.

Como dagegen schreibt das Märchen weiter. Der Aufsteiger gewann drei der letzten vier Partien, holte dabei Fiorentina und Lazio nacheinander. Patrick Cutrone traf dreimal, die Abwehr kassierte nur ein Gegentor. Trainer Osian Roberts weigert sich, vom „W“-Wort (Wunder) zu sprechen, doch die Tabelle verrät: Wer 65 Punkte hat, dem traut man plötzlich alles zu.

Napoli kann heute schon lösen

Um 20.45 Uhr rollt der Ball im Maradona-Stadion. Gewinnt Napoli gegen Bologna, beträgt der Vorsprung auf Rang fünf sieben Zähler – ein zu großer Graben für die Verfolger. Antonio Conte hat seine Truppe auf Hochglanz poliert: Scott McTominay liefert Laufkraft, Khvicha Kvaratskhelia liefert Magie, Romelu Lukaku liefert Tore. Die Ausrufezeichen häufen sich, während die Konkurrenz um Atem ringt.

Die Rechnung ist simpel: Wer am Ende der Saison vorne steht, darf im Sommer nach London, Madrid und München reisen. Wer hinten landet, muss sich mit Donnerstagabend in Union Berlin oder Malmö begnügen. Drei Punkte entscheiden über Millionen, über Reklameverträge, über die eigene Legende. Die Uhr tickt. 180 Minuten – das ist nichts, das ist alles.