Zweite liga: angst vor dem sprung in den profi-handball?

Sieben Mannschaften haben sich zwar für die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga gemeldet, doch das Echo hinter den Kulissen ist alles andere als euphorisch. Viele Klubs zögern, den Schritt in Liga zwei zu wagen – und das aus gutem Grund. Bundesliga-Präsident Uwe Schwenker warnt eindrücklich vor den Konsequenzen, wenn die zweite Liga ihre Anforderungen zu stark verwässert.

Die hürden des profi-handballs

Die hürden des profi-handballs

Der Aufstieg aus der 3. Liga ist nicht mehr nur eine sportliche Leistung, sondern eine wirtschaftliche Zäsur. Schwenker spricht von einem „Systemwechsel“, einem Sprung „in eine andere Welt“. Denn während die 3. Liga noch von reinen Amateurvereinen geprägt ist, beginnt in der 2. Liga das Zeitalter des bezahlten Handballs. Die Lizenzierungsverfahren sind strenger, die Etats höher, die Infrastrukturauflagen umfassender. Und die Verantwortung für den Spielbetrieb verlagert sich von den Landesverbänden zur Handball-Bundesliga GmbH.

Das Problem liegt auf der Hand: Viele Drittligisten sind schlichtweg nicht in der Lage, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Der sportliche Aufstieg mag gelingen, doch die wirtschaftliche Realität stellt oft eine unüberwindbare Hürde dar. „Da müssen die Verantwortlichen wirtschaftliche Vernunft walten lassen“, mahnt Schwenker. Denn ein Aufstieg um jeden Preis kann schnell in finanzielle Schieflagen münden, ein Risiko, das viele Vereine bewusst vermeiden wollen.

Die strukturellen Unterschiede sind gewaltig. Mit vier Staffeln und insgesamt 64 Mannschaften ist die 3. Liga ein Sammelbecken unterschiedlicher Leistungs- und Wirtschaftsstrukturen. Nicht jeder Verein hat das Ziel, in den Profibereich vorzustoßen. Schwenker betont, dass auch die Hürden zwischen 3. und 2. Liga angepasst werden müssten, um ein wirtschaftliches Überleben der aufsteigenden Teams zu gewährleisten. „Niemand möchte Aufsteiger sehen, die nach ein oder zwei Jahren wirtschaftlich scheitern, weil sie nicht mithalten können.“

Eine Absenkung der Anforderungen in der 2. Liga kommt für Schwenker jedoch nicht in Frage. Die Standards seien entscheidend, um den Anschluss an die Bundesliga zu halten und die Liga als Ausbildungsplattform für Talente zu erhalten. Ein Qualitätsverlust, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich, wäre die Folge. Stattdessen plädiert er für eine Reform in der 3. Liga, um den Übergang in Liga zwei zu erleichtern – eine Aufgabe, die primär dem Deutschen Handballbund und den Landesverbänden obliegt.

Die Frage, wer künftig überhaupt den Sprung in die 2. Bundesliga wagt, bleibt offen. Denn der Weg in den Profi-Handball ist steinig und erfordert mehr als nur sportliche Ambitionen. Wer hier Erfolg haben will, muss schon im Vorfeld professionell arbeiten, sonst riskiert er nicht nur den eigenen Verein, sondern gefährdet auch die Stabilität der Liga selbst.