Zverevs doppelter triumph: paris-coup und ein 15-wochen-familienzuwachs

Sophia Thomalla stand um 23:46 Uhr am Kölner Hauptbahnhof, Tränen im Gesicht, ein Dackelwelpe unter dem Arm, und ihre Kreditkarte wurde online abgelehnt. Genau in dieser Sekunde realisierte sie: Dieser French-Open-Sieg schreibt nicht nur Tennis-Geschichte, sondern auch eine kleine, private.

Zwei züge, ein hund, null tickets: die irrfahrt nach paris

Die Moderatorin hatte eigentlich für Montagmittag geplant, locker nach dem Finale anzureisen. Doch als Zverev im vierten Satz einbrach, riss sie Buba vom Sofa und sprintete zum Bahnhof. „Die App streikte, mein Akku bei 4 %“, erzählt sie. Die Zugbegleiterin erkannte sie, schob sie in den letzten ICE Richtung Gare du Nord und murmelte nur: „Für so einen Moment fährt man eben durch.“ Drei Stunden später küsste Thomalla ihren frisch gebackenen Champion – und übergab ihm einen 15 Wochen alten Dackel namens Buba, halb Ersatz, halb Glücksbringer.

Zverev reagierte sofort wie ein Vater von vier Kindern. Statt die Trophäe zu posieren, kniete er sich auf den roten Teppich des Players’ Garden, ließ Buba an seiner Hand schnuppern und fütterte erst mal die beiden bereits mitgereisten Hunde Lövik und Junior. „Er hat eineinhalb Stunden mit dem Welpen gespielt, bis wir komplett zu spät zum Siegeressen kamen“, lacht Thomalla. Für sie ist das kein Exzentriker-Move, sondern pure Entschlackung. „Der Druck von zehn Jahren ist von ihm abgefallen – er atmet zum ersten Mal wie ein Mensch und nicht wie eine Maschine.“

Stille championsnacht mit oliver pocher und daniel theis

Stille championsnacht mit oliver pocher und daniel theis

Die Feier selbst fand in einem offenen Club am Seineufer statt, ohne Seilbahn, ohne Champagnerfontäne. Oliver Pocher bestellte Wodka-Red-Bull, Daniel Theis erklärte Basketball-Taktik für Tennis-Muggels, und die Großmutter Natalia tanzte leise Walzer zu Drake. „Es war nett, aber nicht sooooo wild“, sagt Thomalla und streicht Buba hinter dem Ohr. Um 6 Uhr klingelte ihr Wecker für die Rückfahrt nach Köln – genau 179 Minuten Schlaf nach dem größten Triumph ihres Lebens.

Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 15 Jahre Turnierkarriere, 29 Turniersiege, eine Operation nach Wimbledon 2022, drei Matchbälle gegen Cobolli im Halbfinale. „Der Knoten ist geplatzt“, sagt Zverev selbst. Thomalla nickt: „Und jetzt wird er noch zwei, drei von den Dingern holen.“

Am Dienstag fliegt Zverev nach Monte Carlo, trainiert auf Rasen, fliegt weiter nach Halle. Thomalla bleibt in Köln, aber ihre nächste Russisch-Stunde steht schon fest. „Zu Hause wird nur Russisch gesprochen. Ich bin mittlerweile auf B1-Niveau, zumindest was Beleidigungen und Matchberichte angeht.“

Der Welpe schläft auf ihrem Schoß, der Pokal steht im Kofferraum, und irgendwo zwischen Köln und Paris hat die größte Tennis-Story des Jahres auch ein kleines, pelziges Happy-End gefunden.