Zverev zerquetscht fils in 82 minuten und schreibt masters-geschichte

Die Wüste Kaliforniens schluckte einen Franzosen und spuckte eine deutsche Rekordmarke aus. Alexander Zverev brauchte 82 Minuten, um Arthur Fils 6:2, 6:3 zu vernichten – und landete damit als fünfter Spieler überhaupt im Halbfinale aller neun ATP Masters 1000.

Fils zerlegt sich selbst – und seinen schläger

Schon nach 23 Minuten lag der 20-Jährige mit 1:4 zurück, schmiss seinen Wilson in den Boden und zertrümmerte den Rahmen. Die Szenerie passte: Fils traf nichts mehr, was nicht sowieso schon in der Luft zitterte. 14 unerzwungene Fehler im ersten Satz – Zverev nur fünf. Die Zahlen lügen selten, besonders nicht an einem Tag, an dem die Sonne 38 Grad in den Hartplatz brennt.

Zverev selbst hatte vor dem Match noch geprahlt: „Er wird verlieren.“ Ein Satz, der in jedem anderen Kontext arrogant wirken würde, hier aber nur die nüchterne Prognose eines Mannes war, der weiß, dass seine Aufschlag-Return-Kombination gerade unspielbar ist. 67 % Erste Aufschläge, 81 % Punkte danach – das ist keine Statistik, das ist eine Waffe.

Sinner oder tien – das next-gen-duell wartet

Sinner oder tien – das next-gen-duell wartet

Im Halbfinale droht entweder Jannik Sinner oder der 20-jährige Learner Tien. Beide spielen heute Nacht um 2:30 Uhr MESZ um den zweiten Platz im Semifinale. Sinner hat die letzten beiden Duelle gegen Zverev gewonnen, Tien ist der jüngste Spieler, der jemals in Indian Wells unter die letzten Vier rutschte – und der erste College-Abbrecher seit Andy Roddick 2001.

Zverev selbst kümmert das wenig. „Ich bin bereit für beide“, sagt er und wischt sich den roten Wüstenstaub von den Armen. „Das wichtige ist, dass ich wieder in der Schlussphase eines Masters bin – und dass mein Knöchel endlich ruhig bleibt.“

Die Trophäe ist aus purem Silber, dotiert mit 1,5 Millionen Dollar Siegprämie. Doch für Zverev zählt vor allem eins: Nach Djokovic, Nadal, Federer und Murray steht er jetzt in einem Club, den lange Zeit nur die Big Three plus Murray bevölkerten. Das ist keine Vorbereitung mehr, das ist Geschichte – geschrieben in 82 Minuten.