Zverev zerquetscht cerundolo in 65 minuten und fordert sinner heraus
65 Minuten. Mehr brauchte Alexander Zverev nicht, um in Miami das Halbfinale zu erreichen. 6:1, 6:2 gegen Francisco Cerundolo – das war keine Partie, das war eine Demonstration. Jetzt wartet Jannik Sinner, der Mann, der ihm vor zwei Wochen in Indian Wells die Grenzen aufgezeigt hat.
Zverev findet die antwort auf die indian-wells-pleite
Die Zahlen sind gnadenlos: 28 Winner, nur 9 unerzwungene Fehler, 5 von 7 Breakbällen verwandelt. Cerundolo wirkte wie ein Sparringspartner, der versehentlich im Viertelfinale gelandet ist. „Ich habe das Gefühl, dass heute alles gegriffen hat“, sagte Zverev nach dem Match. „Das war der Tag, auf den ich die ganze Saison hingearbeitet habe.“
Die Statistik dahinter: Zverev ist erst der dritte Deutsche, der in einem Jahr sowohl in Indian Wells als auch in Miami das Halbfinale erreicht. Nach Boris Becker 1996 und Tommy Haas 2002. Das klingt nach Elite, und genau dort will der Hamburger wieder hin. Die Frage ist nur: Hält seine neue Aggressivität auch gegen Sinner?
Der Italiener ließ gegen Frances Tiafoe keine Zweifel aufkommen: 6:2, 6:2 in 74 Minuten. Sinner hat in diesem Jahr 25 Siege und nur eine Niederlage – gegen Carlos Alcaraz in Indian Wells. Seitdem läuft er wieder durch. Zverev kennt die Gefahr: „Er hat mich in den letzten Monaten immer wieder ausgeschaltet. Die Spiele waren knapp, aber am Ende stand ich mit leeren Händen da.“

Die letzte deutsche hoffnung in miami
Während Zverev noch im Turnier ist, haben alle anderen deutschen Profis die Koffer gepackt. Eva Lys, Ella Seidel, Tatjana Maria – raus in Runde eins. Jan-Lennard Struff, Yannick Hanfmann, Daniel Altmaier ebenfalls. Laura Siegemund schaffte noch Runde zwei, dann war Schluss. Für Deutschland steht jetzt alles auf einem einzigen Schlager.
Die Bilanz gegen Sinner spricht gegen Zverev: 2:7. Die letzten drei Duelle gingen allesamt an den Südtiroler. Doch Zverev ist nicht der Typ, der sich in Statistiken versteckt. „Ich habe in Indian Wells schlecht gespielt, klar. Aber das war dort, das ist hier. Und hier fühle ich mich stärker als je zuvor.“
Ein Sieg gegen Sinner würde nicht nur das Finale bedeuten. Er würde Zverev zurück in die Top-Vier der Welt bringen. Und er würde beweisen, dass die neue Offensiv-Philosophie nicht nur gegen Cerundolo funktioniert, sondern auch gegen die härteste Prüfung der Tour. Die Uhr tickt, das Match rückt näher. Zverev hat 65 Minuten gebraucht, um herzukommen. Für die Antwort auf Sinner hat er eine Nacht Zeit.
