Pulpo fol schreibt march-madness-geschichte: iowa dank spaniers gala einen sieg von final four

Ein 2,08-Meter-Mann aus Andalusien schmeißt das College-Basketball-Universum durcheinander. Álvaro Folgueiras, von Fans nur „Pulpo Fol“ genannt, schubste Iowa mit 16 Punkten, drei Steals und einem Dreier plus Foul gegen Nebraska in den Elite-Eight – und damit einen Hauch von Indianapolis. Die Final Four am 4. und 6. April in der Hoosier-Halle ist nur noch 40 Minuten entfernt.

Folgueiras knackt nebraska in unterzahl-szene

Was Kevin Harlan im Mikrofon „die nächste Legende“ nannte, war ein fast schon unfairer Moment: 1:54 vor Ende, Nebraska wegen Time-out-Problemen nur zu viert auf dem Feld, Folgueiras sprintet den Ball auf, erhöht mit dem linken Arm ins Korbleger – Plus eins. 74-68. Die Hawkeye-Bank explodiert. Die Cornhuskers schauten wie Spieler, die merkten, dass der Film schon läuft und sie nur Statisten sind.

Die Statistik liest sich wie ein Cheat-Code: 4/4 Zweier, 2/3 Dreier, 2/3 Freiwürfe – 16 Punkte in 29 Minuten vom Sixth Man. Dazu zwei Rebounds, zwei Assists, drei Balleroberungen und ein Plus/Minus von +12. „Wir sind keine Ein-Mann-Show, wir sind ein Schwarm“, sagt Folgueiras, der in Málaga gelernt hat, dass Teamgeist mehr wert ist als ein Poster-Dunk.

Coach Ben McCollum, erst im Sommer von Drake gekommen, steht vor dem fünften Elite-Eight seiner Karriere – dem ersten für Iowa seit 1987. „Er bringt uns Spanischen Flair und europäische Nervenstärke“, lobt er seinen Flügelspieler. Die Zahlen geben McCollum recht: Im March Madness klettert Folgueiras auf 14,6 Punkte im Schnitt, nach 8,1 in der regulären Saison. Drei entscheidende Dreier in zwei Spielen – ein X-Faktor, den keine Scout-Liste vorher hatte.

Illinois oder houston – letzte hürde am samstag

Illinois oder houston – letzte hürde am samstag

Am Samstag (21.09 Uhr MEZ) treffen die Hawkeyes auf den Sieger des Duells Illinois gegen Houston. Beide Teams setzen auf druckvolle Defense und lange Rotationsreihen; Iowa antwortet mit Tempo, Dreier-Linie und einem Spanier, der sich nicht an Traditionen klammert. „Wir wollen denen zeigen, dass sie sich mit uns geirrt haben“, sagt Folgueiras und spielt auf die Analysten an, die die Number-9-Seed vor dem Turnout abgeschrieben hatten.

Die Reise begann in der ACB-Nachwuchsakademie von Unicaja, führte über zwei Silbermedaillen mit der spanischen U18 und U20 bis nach Iowa City. Dort trägt er jetzt die Nummer 14 – und die Hoffnung eines ganzen Campus. Ticketpreise auf dem Sekundärmarkt: 1.200 Dollar für Stehplätze. Die Studentenkneipen rüsten Pulpo-Fol-Cocktails aus, ein Mix aus Tequila und kalifornischem IPA.

Sollte Iowa gewinnen, wäre es das erste Final-Four-Billet seit 1956. Für Folgueiras stünde dann ein Spiel auf der Bühne, von der Dirk Nowitzki einst sagte, sie sei „der Super Bowl des College-Basketballs“. Der Andalusier selbst bleibt nüchtern: „Träumen darf man im März. Aber am Samstag zählt nur, wer die meisten Körbe trifft.“

Die Uhr tickt. Indianapolis lockt. Und ganz Spanien schaut auf einen 20-Jährigen, der mit 2,08 Metern Länge und einem Spitznamen, der an Oktopus erinnert, den amerikanischen Traum neu schreibt.