Zverev rastet in monte carlo aus: 0:4-rückstand, dann krimi bis zum letzten ball
Alexander Zverev hat sich in Monte Carlo aus dem sicheren Tod zurückgekämpft. 0:4 im dritten Satz gegen Cristian Garin – eigentlich ein K.o. Doch der Hamburger schlugzurück, riss das Match noch mit 4:6, 6:4, 7:5 an sich und schrie sich selbst Mut zu, als hätte er nichts zu verlieren.
Der moment, als zverev das match drehte
Die Sonne brannte auf Court Rainier III, der Sand klebte an den Schuhen, und Zverev stand mit dem Rücken zur Wand. Garin, Rang 109, spielte wie entfesselt, schickte Slice-Bälke über das Netz, die Zverevs Vorhand zerlegten. Beim 0:4 schrie der Deutsche in seine Handfläche, schmiss den Schläger – und dann passierte das Unmögliche: Er nahm Garin dreimal in Folge den Aufschlag ab, verwandelte den Platz in eine Glut und jagte den Chilenen mit Returnwinnern in die Verzweiflung.
Die letzten beiden Games gingen über sieben und neun Minuten. Bei 6:5 holte Zverev seinen vierten Matchball mit einem Aufschlag auf die T-Linie, den Garin nur noch berührte. Der Ball flog ins Aus, Zverev ballte beide Fäuste und brüllte ein „Come on!“, das bis nach La Turbie hallte.

Warum dieser sieg mehr wert ist als ein finale
Monte Carlo gilt als Gradmesser für die Sandplatzsaison. Wer hier überlebt, träumt von Paris. Zverevs Auftritt war keine Galavorstellung, aber ein Lehrstück in Mentalität. Er bewies: Selbst wenn die Beine schwer sind und die Vorhand zittert, reicht pure Willenskraft, um einen Matchball abzuwehren, der längst im Kopf des Gegners versiegelt schien.
Im Achtelfinale wartet nun Zizou Bergs, ein Belgier, der gegen Zverev noch nie einen Satz gewann. Die Bilanz lautet 3:0 für den Deutschen. Doch nach dem Gefühl von heute zählt nur der nächste Schritt auf dem roten Pulver. Zverev selbst sagte im Interview mit sportschau.de: „Ich habe heute gelernt, dass ich auch dann noch gewinnen kann, wenn mir selbst das Letzte ausgeht.“
Die Uhr an der Pressetribüne zeigte 15:49 Uhr, als Zverev den Court verließ. In fünf Tagen beginnt das Viertelfinale. Bis dahin wird er die Beine eisern, den Schläger neu bespannt und die Erinnerung an 0:4 im dritten Satz mitnehmen – als Warnung und als Treibstoff zugleich.
