Zukowski schießt magdeburg aus dem keller – befreiung in münster

Der 1. FC Magdeburg atmet wieder. Nach fünf sieglosen Partien und dem sicheren Blick auf Platz 18 holt die Mannschaft von Petrik Sander beim SC Preußen Münster einen 3:1-Auswärtssieg, der mehr ist als drei Punkte: Es ist die Lebensversicherung im Abstiegskampf. Dank eines Doppelpacks von Mateusz Zukowski springt der FCM auf Rang 17, lässt die Rote Laterne zurück und schickt die Fans in eine kurze, aber heilsame Länderspielpause.

Zukowski beendet seine durststrecke mit knall

24 Minuten stehen auf der Uhr, als Zukowski anläuft und den Elfmeter versenkt. Kein Zögern, kein theatralischer Blick – nur ein kurzer Atemzug und ein Schuss, der Münster-Torwart Mathenia keine Chance lässt. Der zweite Treffer fällt in der 72. Minute. Konter, Krempicki quer, Zukowski läuft durch, trifft ins lange Eck. 2:0. Der Jubel danach ist roh, echt, befreiend. Er rennt, als wolle er den gesamten Druck der vergangenen Wochen hinter sich lassen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 13 Treffer in 15 Zweitligaspielen – das ist eine Quote, die selbst Bundesliga-Scouts aufhorchen lässt. Nur Källman (Hannover) und Wanitzek (Karlsruhe) stehen mit ihm auf dem Treppchen, brauchten aber fast doppelt so viele Einsätze. Alle 100 Minuten trifft der Pole, 11 Mal mit dem rechten Fuß, seiner Präzisionswaffe. Ohne seine Treffer läge Magdeburg nicht bei 27, sondern bei 19 Punkten – Tabellenletztlicht, durch und durch.

Sanders psychotraining zahlt sich aus

Sanders psychotraining zahlt sich aus

Trainer Petrik Sander hatte vor dem Spiel Einzelgespräche geführt, mit jedem Spieler, mit Zukowski besonders intensiv. „Ich habe ihn an seine Stärke erinnert, nicht an die ausgelassenen Chancen“, sagt der 65-Jährige nach Abpfiff. Das klingt nach Klischee, wirkt aber. Zukowski wirkt nicht mehr gehemmt, sondern entschlossen. Sein Lauf, seine Blicke, seine Bewegungen – alles sagt: Hier spielt jemand, der sich seiner Qualität wieder bewusst ist.

Münster dagegen rutscht auf Platz 18 ab, trennen nur drei Punkte vom sicheren Mittelfeld. Die Lage ist so eng, dass schon ein einzelner Spieltag die komplette Tabelle auf den Kopf stellt. „Big Points“, sagt Sander und nickt. Er weiß: Sieben Spiele bleiben, sieben Endspiele. Der nächste Gegner: der VfL Bochum, direkt nach der Pause, heimischer Ernst-Grube-Stadion-Boden, der wieder ruhiger sein wird als zuletzt.

Für Zukowski dürfte der Sommer interessant werden. Sein Vertrag läuft noch bis 2027, doch die Klubbosse wissen: Ein Stürmer, der in der entscheidenden Phase trifft, hat Marktwert. Wenn er so weitermacht, wird Magdeburg ihn nicht halten können – aber vielleicht auch nicht mehr müssen, weil der Klassenerhalt bis dahin feststeht. Das wäre die beste Transfer-Bilanz, die der FCM je schrieb.