Xenia smits schmeißt die schuhe in die kiste – weil in ihr ein anderes spiel beginnt

Xenia Smits hat ihre Handballschuhe eingemottet, und der Karton ist kleiner, als man denkt. Darin liegt kein Karriereende, sondern ein Ultraschallbild. Die 31-jährige Rückraumkanoniere verkündet via Instagram: Baby an Bord, Nationalteam erstmal außen vor.

Die zahlen, die bleiben: 362 treffer in 156 länderspielen

Smits war die Konstante im deutschen Mittelblock, eine Spielerin, die mit links abzog, als wäre rechts nur Dekoration. Ihre Trefferquote gegen Kreuzverteidigungen war das, was Statistiker „unangenehm effizient“ nennen. Silber bei der WM in Spanien, danach laut DHB-Managerin Anja Althaus ein „Herzstück auf und neben dem Feld“. Nun pausiert dieses Herz für zwei.

Der Zeitpunkt zieht Kreise: Erst fehlte sie im Doppelpack gegen Slowenien, nun folgt die Bombe. Keine Verletzung, keine Formfrage – nur ein neunzig Sekunden langes Video, in dem sie die Schuhe wie alte Liebesbriefe stapelt. Dazwischen ein Schnipsel aus der Praxis, das Herzchen des Fötus flackert im Schwarz-Weiß-Rauschen.

Was der dhb jetzt verliert – und was er nicht ersetzen kann

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Smits‘ Spielintelligenz war ein Regelwerk für sich: Sie erkannte Lücken, bevor sie entstanden, und nutzte sie, bevor Gegner sie benannten. Ihr Ausfall hinterlässt ein Loch, das keine Statistik füllt. Metz gewinnt eine Spielmacherin, Deutschland verliert eine Leitfigur, und der Bundestrainer muss umdenken: Wer übernimmt die 7-Meter-Geometrie, wer das emotionale Ruder?

Die Antwort wird nicht „eine Neue“ lauten, sondern „ein Neues“. Denn Smits kehrt zurück – so lautet zumindest das stille Versprechen zwischen den Zeilen. Bis dahin bleibt der Karton offenstehen, die Schuhe bereit, das Ultraschallbild der erste Fan. Die Pelkumer Clubs dürfen sich warm anziehen: Wenn Xenia 2025 wieder aufläuft, wird sie nicht nur Tore werfen, sondern auch Windeln. Und das ist eine Ausbeute, gegen die selbst eine Kreuzabwehr nichts erreicht.