Xammar/cardona fegen in hyères drei goldsiege raus – spanien schon auf medaillenkurs
Wind bis 25 Knoten, drei Starts, drei Siege – Jordi Xammar und Marta Cardona haben die Gold-Gruppe des 470er-Mix in Hyères binnen eines Nachmittags demontiert. Mit diesem perfekten Plakat-Tag springt das katalanisch-balearische Duo auf Rang eins und baut vier Punkte Vorsprung auf die europäischen Meister Wringley/Harris aus.
So brutal läuft ein statement gegen das weltniveau
19 Boote, alle Weltcup-Stammgäste, keine Gnade. „Wir haben das Boot einfach fliegen lassen, jibe früh, Kante halten, weg“, sagt Xammar, noch mit Salzkrusten im Bart. „Drei Erste in Hyères klingt easy, ist aber das Schwerste, was es gibt.“ Cardona nickt: „Bei dem Wellenaufbauprogramm ging es ums Überleben – und ums Rechnen. Wir haben jeden Schlag vorher durchgespielt, dann nur noch ausgeführt.“
Die Konkurrenz schaut. Spanien schaut mit. Insgesamt halten sechs Nationalteams Top-10-Plätze, ein Bild, das die neue Breite der Armada zeigt. Doch die 470er sind das Aushängeschild. Hinter Xammar/Cardona rutschen Silvia Mas und Tano de Maqua nach einem 8-10-11 auf Platz zehn zurück – noch in der Medal-Race-Zone, aber mit Druck im Nacken.

49Er, iqfoil, ilca – die jagd nach trostpokalen
Bei den 49er-Skiffs halten die Brüder Wizner Rang neun, nachdem sie sich im dritten Lauf eine BFD einfingen und die Disco-Flag ihr Punktekonto leerte. Pol und Àlex Marsans, Teil des 2032-Programms, segeln im Silberpool und kratzen als 30. noch an der unteren Tabellengrenze. Der Wind ließ keine Fehler verzeihen – und die Jungs lieferten sich mit dem aufspritzenden Wasser ein Punching-Ball-Match.
Im Fliegenden Windsurfen bleibt Nacho Baltasar, Olympiateilnehmer für Paris, trotz fünf Course-Racing-Läufen auf Platz zehn. Bernat Tomàs fiel auf 15 zurück, weil eine Flying-Tack-Entscheidung ihn in die Warteschleife der dritten Boje schickte. Andrea Torres paddelt als einzige Spanierin im iQFOiL-Frauenfeld durch die Silbergruppe – Rang 58, ungeschlagen in Sachen Ehrgeiz.

Ilca-feld mit 136 startern – seguí schießt 16 plätze nach vorn
Größte Flotte der Woche: 136 ILCA-7. Javier Seguí aus Pollença rasiert mit einem 11-8-Satz fast die Hälfte des Feldes und landet auf Platz zehn. „Bei dem Wellenwirrwarr zählt nur, wer die Kopfserie frisst und sich nicht verheddert“, sagt er trocken. Marc O’Connor und Roberto Aguilar bleiben auf den letzten beiden Plätzen der Goldgruppe – 44 und 45 – und demonstrieren, wie schnell Hyères gnadenlos wird.
Im ILCA-6 hält Marga Perelló bei 58 gesamt, Nacra-17-Teams Cardona/van der Velden sowie Dani und Nora de la Casa müssen im Silberpool noch die letzten Sprünge üben – 22 und 24 liegen sie aktuell.
Vor den medal races flimmert die luft
Morgen entscheidet die vierte Serie, wer Samstag ins Medaillenfinale darf. Die Wetter-App verspricht wieder 20-plus-Knoten – Xammar grinst: „Je mehr, desto besser.“ Spanien reist mit einem vollen Support-Korsett an: Iberdrola, Quirónprevención und Loterías del Estado spulen Budget, das Materialteam schlafträgt Carbon bis spät in die Nacht. Die Rechnung geht auf – bisher.
Die Französische Olympische Woche ist kein Schaulaufen mehr, sie ist ein Stressfeuer. Und während andere Nationen noch die Notbremse suchen, hat Spanien bereits die Hand am Goldhebel gelegt. Drei Siege reichen nicht für den Titel, aber sie schicken ein Signal, das bis Paris hallt: Wer Wind sucht, findet uns vorne.
