Xammar und cardona fegen 2026: drei starts, drei podestplätze – hyères-gold als nächste machtprobe

Hyères – Aufgedreht, abgefahren, abgeholt. Jordi Xammar und Marta Cardona haben der 470er-Mixed-Konkurrenz am Samstag beim Semaine Olympique Française die Spitze abgerissen. Gold, nach Bronze in Vilamoura und dem Sieg beim Princesa Sofía vor Mallorca. Drei Regatten, drei Podestplätze – das klingt nach Plan, ist aber ein Brett, das in dieser Saison noch niemand gefahren hat.

Die neue regel trifft, die spanier lachen

Die Finalserie startete mit einem Handicap: Die World Sailing hatte die Medal Race-Punkte halbiert – zwölf Vorsprung auf die Briten Martin Wrigley und Bettina Harris schrumpften auf neun. Perfekte Bedingungen für Nervenkrieg? Fehlanzeige. Zwei Fünfte reichten, um die Führung bis ins Ziel zu retten. Die Briten wurden mit zwei Drittplatzen zwar Zweite, blieben aber hinter der spanischen Mauer. Bronze ging an Matisse Pacaud und Lucie de Gennes, die Hausherren feierten das Publikum trotzdem mit Champagnerduschen.

„Wir spüren einfach, dass wir derzeit mehr Druck und mehr Geschwindigkeit haben als der Rest der Flotte“, hatte Cardona nach dem Mallorca-Triumph gesagt. In Hyères bestätigte sich das Bild. Nach einem durchwachsenen Auftakt (Platz sechs) schoben sich die beiden an Tag zwei an die Spitze – und gaben sie nicht mehr her. Die Franzosen nennen das „contrôle mental“, im Deutschen hilft nur das Wort Durchsetzungswille.

Silvia mas und tano de maqua liefern den beweis der tiefe

Silvia mas und tano de maqua liefern den beweis der tiefe

Hinter dem neuen Super-Duo sortierte sich die zweite spanische Crew ein. Silvia Mas und Tano de Maqua erreichten Rang sechs, obwohl sie erst seit elf Monaten zusammen segeln. Ihre beiden zweiten Plätze in den Medal Races zeigten: Der Verband hat nicht nur ein Top-Boot, sondern ein ganzes Geschwader auf Kurs. Wer jetzt noch glaubt, 2027 käme das Olympia-Ticket per Losverfahren, hat die Jury nicht begriffen.

Die Entwicklung ist ein Warnschuss Richtung Japan. Dort wird im August der Weltmeistertitel vergeben – und Xammar/Cardona wollen das Gold von 2025 wiederholen. „Unser Ziel ist klar: Jedes Event mit Edelmetall verlassen“, sagte Xammar vor dem Lauf nach Hyères. Die Bilanz liegt vor uns: drei Versuche, drei Medaillen. Die Quote spricht für sich, die Konkurrenz muss sich fragen, wie viele neue Regeln nötig sind, um das Tempo der Iberer zu bremsen.

49Er fx: suárez und henke verpassen podium knapp

49Er fx: suárez und henke verpassen podium knapp

Kurz vor dem Ziel verpassten Patricia Suárez und Melania Henke im 49er FX die Medaille. Ein Dritter und ein Sechster in den Medal Races reichten nicht ganz – drei Punkte fehlten zum französischen Bronze-Paar Manon Peyre und Amélie Riuou. Gold ging an die italienischen Turbo-Frauen Sofia Giunchiglia und Giulia Schio, die beide Finalrennen gewannen und damit die Favoritenrolle eindampften. Die Spanierinnen müssen nun auf Palma de Mallorca warten, um die Rechnung zu begleichen.

Die Bilanz der Spanier in Hyères: zwei Crews am Start, drei Mal Top-Ten, ein Sieg, ein verpasstes Podium. Die Daten liefern keine Überraschung, sondern ein Muster. Das Land, das vor zwei Olympiazyklen noch mit Altlasten haderte, segelt mit jugendlicher Aggressivität und technischer Präzision auf direktem Kurs Richtung Los Angeles 2028. Wer jetzt noch nachhinkt, kann nur hoffen, dass der Wind dreht – oder dass die Spanier irgendwann mal Pause machen. Keine Anzeichen dafür.