Kompany schmeißt den rotationshebel um: 18-jähriger ndiaye räumt mainz und die startelf
Vincent Kompany dreht an der Schleusenkurbel und schickt gleich acht neue Gesichter aufs Feld – darunter Bara Sapoko Ndiaye, der gerade mal 18 Lenze zählt und heute in Mainz sein Debüt in der Anfangsformation feiert. Die Botschaft des belgischen Trainers ist klar: Paris wartet, aber Punkte sind auch gegen die Nullfünfer Pflicht.

Die zahlen hinter dem pokalcoup
Gestern noch das 2:0 in Leverkusen, heute die nächste Schaltstelle. Kompany schont Joshua Kimmich und Dayot Upamecano komplett, setzt auf die Frische der zweiten Reihe. Die Aufstellung liest sich wie ein Kommunique aus der Campus-Küche: Urbig – Laimer, Kim, Ito, Davies – Ndiaye, Pavlovic – Guerreiro, Goretzka, Díaz – Jackson. Ein Durchschnittsalter von 23,4 Jahren, berechnet von unserer Datenbank. Das ist kein Experiment, das ist ein Statement.
Ndiaye kam in den letzten beiden Liga-Einsätzen auf magere 20 Minuten, jetzt soll er über 90 Minuten die Spielanlage mitbestimmen. Seine Stärke: enges Ballmitnehmen im Zentrum, ein Antritt, der selbst eingespielte Sechser aushebelt. Kompany liebt diese Art von unbefangenem Mut. „Er trainiert wie ein Profi, der schon zehn Jahre dabei ist“, sagte der Coach am Freitag – und lachte, weil er wusste, dass er diese Zeile bald einlösen würde.
Mainz stellt sich quer
Die Rheinhessen empfangen den Rekordmeister mit Kohr und Posch in der Innenverteidigung, vorne laufen Becker und Tietz die Kreise. Jan Siewert hat seine Mannschaft auf Umbruch eingestellt: hohes Pressing, schnelles Umschalten, keine Räume zwischen den Ketten. Genau die Prüfung, die junge Seelen schon früh reifen lässt oder eben zermürbt.Für Bayern geht es
ums Selbstvertrauen und ums Tempo. Nach dem Pokalsieg wollen sie die Serie ausbauen, bevor am Dienstag in Paris die Lichter angehen. Drei Tage sind keine Ewigkeit, deshalb darf heute kein Kräfteverschleiß entstehen. Die Marschroute lautet: früh entscheiden, Rotation würdigen, Ndiaye feiern. Sonst droht ein böses Erwachen gegen die Abstiegsbedrohten – und die Reise nach Paris verliert ihren Glamour.Der Countdown läuft. Sky und DAZN schalten durch, die Twitter-Timeline füllt sich mit Jugendfotos des jungen Ndiaye. 15.30 Uhr, Opel Arena. Wer dort ist, erlebt vielleicht den Moment, in dem ein Teenager zum Mann wird – und Bayern seine Zukunft auf dem Rasen verteidigt.