Nigeria lockt milans athekame weg – sfv droht nächster doppelpass-schwund
Zachary Athekame stand gestern noch im Milan-Kader, morgen könnte er schon in Grün-Weiß auflaufen – nicht für die Schweiz, sondern für Nigeria. Der 21-jährige Rechtsverteidiger besitzt neben der dänischen auch die nigerianische Staatsbürgerschaft. Der Verband in Lagos nutzt die Lücke, bevor der SFV sie schließt.
Die Summe, die Milan im Sommer für den Flügelspieler auf den Tisch legte, lag bei rund zehn Millionen Euro. Seitdem spielt Athekame regelmäßig, sammelt Einsatzminuten und Selbstvertrauen. Genau das haben die Nigerianer erkannt. Ihr Argument: Ein WM-Startplatz 2026 wäre wahrscheinlicher als in der europäisch hart umkämpften Schweizer Selektion.
Silvan widmers problematische rechte seite wird zur zerreißprobe
Murat Yakin nominierte Athekame erstmals im Oktober 2025 gegen Slowenien – aus der Not heraus. Hinter Silvan Widmer war die Kaderluft dünn. Seitdem kam der Genfer auf 15 Einsätze in der U-21, doch die A-Nationalmannschaft blieb ein Ein-Mal-Job. Nigeria bietet ihm dagegen eine Dauerkarte. Die Drohung ist real: Eman Kospo und Leon Avdullahu wechselten zuvor ebenfalls ab.
Der Vater stammt aus Lagos, die Mutter aus Kopenhagen – Athekame wuchs in Genf auf. Drei Reisepässe, drei Optionen, null Loyalität geschenkt. Für den SFV ist das ein Lehrstück: Zu lange warten, zu spät überzeugen. Wer Talente nicht früh bindet, verliert sie an den nächsten Verband, der nur einen Anruf entfernt ist.
Offiziell schweigt Athekame. Doch intern kursiert die Zahl: 500 000 US-Dollar Prämie für jedes Qualifikationsspiel der Super Eagles. Dazu ein Startplatz, plus Marketing-Rückendeckung aus Abuja. Die Schweiz kann mit Moral nicht kontern.

Der doppelpass ist kein sicherheitsnetz mehr, sondern ein abflugticket
Yakin sprach im September im SRF-Talk «Heimspiel» von einem «sensiblen Thema». Die Sprache war vage, die Lage ist konkret: Der SFV verliert Generationen, weil er sie nicht früh genug einlädt. Die nächste Quali rückt näher, und auf der rechten Abwehrseite klafft weiter eine Lücke, die keiner stopfen will.
Athekame selbst wird entscheiden, wann die Transferlücke auf dem Papier klappt – nicht die Medien, nicht die Fans. Die Uhr tickt. Wer zu lange wartet, fliegt nicht nur aus der Startelf, sondern aus dem ganzen Land.
