Lask zittert sich ins cupfinale – kühbauer schimpft über senft und eigenes team
Lukas Kacavendas Knie, ein Abpraller an Nikki Havenaar, 120 Sekunden später das 2:1 in der Verlängerung – mehr Fußball steckte in diesem Halbfinale nicht. Der LASK steht trotzdem im Endspiel, doch Dietmar Kühbauer schlachtet den Sieg nicht ab. Er nennt ihn „das schlechteste Spiel meiner Amtszeit“ und verweigert seinem Kollegen Maximilian Senft die Hand.
Kühbauer versus senft: der handschlag, der nicht stattfand
Der Grund ist schnell erzählt: „Er hetzt permanent den Schiri, seine Spieler bilden Rudelbildungen, das geht zu weit“, schimpft der LASK-Coach. Statt des üblicen Shake nach Schlusspfiff dreht er sich um und stapft Richtung Kabine. Ein Bild, das die Nervosität des Abends perfekt einfängt: 90 Minuten lang war Ried dem großen Favoriten auf Augenhöhe, zwang ihn in die Verlängerung und hätte beinahe den Coup perfekt gemacht.
Die Rieder Anhänger tobten, das ausverkaufte Josko Arena bebte, doch am Ende half auch der Jubel nichts. Kacavenda nutzt die einzige Lücke, Havenaar rutscht unglücklich mit, und der Ball kullert ins Netz. Rieds Traum vom ersten Cupfinale seit 2012 platzt, der LASK darf nach 59 Jahren wieder um den Pott kämpfen.

Altach wartet – und weiß von lask-blamagen
Am 1. Mai geht’s nach Klagenfurt, ins Wörthersee-Stadion, wo Kühbauer schon als Spieler jubelte. „Ein wunderbares Gefühl“, sagt er, „aber wir müssen besser werden, sonst klappt’s gegen Altach nicht.“ Die Vorarlberger haben den Finaleinzug mit einem 3:0 gegen Austria Wien perfekt gemacht, sind topfit und werden die LASK-Schwächen genau analysiert haben: Ballverluste im Aufbau, zu viele Standards, zu wenig Durchschlagskraft im letzten Drittel.
Für Ried bleibt der Trost, dass sie dem Topteam aus Oberösterreich das Leben schwer gemacht haben. „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können“, sagt Senft, ohne seinen Ärger über den verweigerten Handschlag zu verstecken. Die Saison ist für die Rieder vorbei, der LASK muss sich innerhalb von zwei Wochen steigern – sonst wird das Finale zur zweiten Blamage.
Die Cup-Geschichte schreibt weiter, doch eines steht fest: Wer am 1. Mai den Pokal hebt, darf sich nicht auf Glück verlassen. Dafür war dieses Halbfinale ein zu deutlicher Warnschuss.
