Würzburger wirbel: steinbach spielt sich in nba-mitte der ersten runde
18 Punkte, zwölf Bretter, zwei Hände, die die Liga wachrütteln – Hannes Steinbach macht Washington heiß, obwohl die Huskies in der March Madness fehlen.
Die zahlen, die scouts wachküsse
19 Double-Doubles zerhackten den 27 Jahre alten Freshman-Rekord der Uni. Sein letztes war gegen USC: 22 Punkte, 15 Rebounds, 3 Blocks – und das mit einem gebrochenen Ringfinger, der erst nach dem Buzzer röntgte. Die NBA-Listen führen ihn jetzt konstant zwischen Pick 14 und 18, ein Sprung von 34 Plätzen seit November. Für einen deutsch-amerikanischen Center, der vor zwölf Monaten noch in der Oberliga Nordbayern gegen 30-jährige Handwerker gespielt hat, ist das kein Hype, sondern ein Erdbeben.
Was die Scouts umtreibt: Seine 7'1'' Wingspan kombiniert mit einem vertikalen First-Step, der eher an einen 6'7'' Flügel erinnert. „Er versteht Timing als Geheimwaffe“, sagt ein East-Coast-Scout, der ihn seit den JBBL-Finalspielen in Mannheim verfolgt. „Rebounds sind keine Glückssache, sondern Schach.“

Warum march madness fehlt – und warum das egal ist
Die Huskies schlossen mit 15-16 ab, zu tief selbst für die NIT. Doch Steinbachs Körper ist längst auf Vegas-Sommerliga eingestellt. Dreimal pro Woche schießt er 250 Corner-3er, gefolgt von 150 Free-Throws mit verbundenen Augen – ein Trick, den ihm Detlef Schrempf per WhatsApp-Video schickte. „Wenn du den Korb hörst, kennst du den Klang deiner Zukunft“, lautet die Sprachnachricht, die er vor jedem Workout abspielt.
Die Kehrseite: Ohne TV-Glanz fehlt das nationale Sprungbrett. Doch intern haben 14 NBA-Clubs bereits seine Einzelvideos angefordert, darrekte Synergy-Cuts, nicht die öffentlichen Zusammenschnitte. Die Marge für Verberufung liegt bei 18 % – für einen Draft ohne ein einziges March-Madness-Spiel ein historischer Wert.
Lo que nadie cuenta ist: Steinbach spielte die letzten acht Spiele mit einer Geheimwaffe – einem selbstgebastelten Polster in seinem linken Schuh, entwickelt mit dem Material des Würzburger S-Bahn-Sitzes seines Vaters. „Absorbierung von 38 % der Aufprallenergie“, sagt Papa Burkhard, selbst Ex-Profi, heute Ingenieur. Der Sohn lacht: „Ich renne auf Franken durch Amerika.“

Nächster schritt: vom franken in die fireballs
Am Montag fliegt er nach Dallas, um mit Holger Geschwindner, Nowitzkis Mentor, an der Kurve zu feilen. Die Ablösesumme an die Würzburg Baskets wäre lächerlich – 250 000 Euro –, doch die NBA hat sie bereits genehmigt, um rechtliche Stolpersteine auszuschalten. Steinbachs Ziel: „Ich will nicht nur der nächste Deutsche sein. Ich will der erste, der im ersten Jahr 50 Double-Doubles schafft.“
Die Liga schaut, die Heimat jubelt still. In Würzburg haben Kneipen bereits „Hannes-Steinbach-Schnitzel“ auf die Karte gesetzt – doppelt paniert, für das Double-Double. Wenn er tatsächlich in die Top-15 rutscht, wird die Stadt am 25. Juni die Lichter der alten Mainbrücke in lila NBA-Farbe tauchen. Bis dahin trainiert er, schwitzt, schreibt Geschichte – und lässt March Madness einfach die anderen machen.
