Wm-tickets explodieren: 600 euro nur für die vorrunde – fifa schlachtet fans ab
Der Traum vom Sommermärchen 2026 wird zum Albtraum für deutsche Fans. Wer die DFB-Elf live in den USA, Mexiko oder Kanada anfeuern will, zahlt schon für die Gruppenphase mindestens 565 Euro – ohne Flug, ohne Hotel, ohne Bier.
Die Zahmen, die FIFA nannte sie „Preiskategorien“, lesen sich wie ein Witz. Kategorie 3, also die allerbilligsten Plätze: 155 Euro gegen Curaçao, 190 Euro gegen die Elfenbeinküste, 220 Euro gegen Ecuador. Addiert man die günstigsten Karten für alle drei Spiele, landet man bei 565 Euro. Für eine Familie mit zwei Kids sind das schnell über 2.000 Euro, bevor das erste Schulbuch in den Koffer wandert.
Fifa kassiert, der dfb schaut zu
Andreas Rettig, der geschäftsführende Fußballlehrer des DFB, wischt die Verantwortung ab: „Die Eintrittspreise legt allein die FIFA fest.“ Klingt, als könne man nicht mal beim Weltverband anrufen. Dabei wäre jetzt der Moment, wo der Verband seine vier Millionen Mitglieder hinter sich weiß. Stattdessen verteilt man Access-Codes wie Tütensuppen und hofft, dass keiner nachrechnet.
Die Rechnung ist gnadenlos. Will man die deutsche Mannschaft auch im Achtelfinale begleiten, muss man jetzt schon 200 Euro hinblättern – selbst wenn Hansi Flick später mit seinem Team in der Gruppenphase versagt. Die FIFA verspricht Rückerstattung, kratzt dabei aber zehn Dollar Bearbeitungsgebühr ein. Ein Fünf-Personen-Haushalt würde also 50 Dollar Lehrgeld zahlen, nur für den Fall, dass Deutschland früher rausfliegt als gedacht.
Die Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) schlägt Alarm und fordert einen sofortigen Stopp. Sie erinnert daran, dass vergleichbare Pakete in Katar noch bei 1.300 Euro lagen. Jetzt sind es fast 6.000 Euro, wenn man das Finale in Kategorie 3 sehen will. Das sind keine Preise mehr, das ist ein Ausschlussverfahren.

Was bleibt dem normalverdiener?
Die Antwort lautet: Fernsehgarten. Denn selbst wer sich nur das Auftaktspiel gegen Curaçao leistet, muss 155 Euro hinlegen. Das entspricht einer vollen Woche Grundsicherung nach Hartz-IV-Maßstab. Für dieselbe Summe kriegt man zweimal die Bundesliga live im Stadion – inklusive Bier und Bratwurst.
Der Mythos vom „Volkssport“ Fußball verflüchtigt sich, sobald die FIFA die Preisschraube dreht. Die WM 2026 wird sportlich ein Mega-Event, aber zugleich die erste Weltweite, bei der ganze Schichten ausgeschlossen sind. Die Tribünen in New York, Mexico City und Toronto werden klingen wie Golf-Turniere: applausierend, aber leise. Die lauten Lieder werden zu Hause bleiben, mit den Fans, die sich das Spektakel nicht mehr leisten können.
Am Ende gewinnt nicht nur die FIFA, die mit jedem Ticket 10 Dollar Kassiergebühr kassiert. Am Ende gewinnt auch der deutsche Fan – der sich entscheidet, das Geld in eine Dauerkarte für den Club der Heimat zu stecken. Dort kostet die Leidenschaft 15 Euro, und das Bier schmeckt auch noch.
