Wm-heldinnen liefern sich k.o.-geballer in stuttgart – nur eine kann den pott stemmen
Silber verblasst. Jetzt zählt nur noch Gold – aus Metall, mit Henkel und 4000 Zuschauern, die in der Porsche-Arena brüllen. Am Samstag treffen sieben deutsche WM-Vize-Weltmeisterinnen aufeinander, die sich vor drei Monaten noch an den Schultern hielten. Jetzt blockt Sarah Wachter den Siebenmeter von Nina Engel, Alina Grijseels wirft über Alexia Hauf hinweg. Der DHB-Pokal versetzt Freundinnen in Gegnerrollen, und keiner schenkt was.
Die 29 Jahre alte Dortmunder Durststrecke ist länger als jedes Final4-Team alt. 1997 standen Lisa Antl und Co. noch im Kindergarten, als der BVB seinen einzigen Pokal holte. Seitdem vier Finals, kein Treffer. Gegen Blomberg-Lippe, das 2025 nach der Pleite gegen die inzwischen insolventen Ludwigsburgerinnen mit leeren Händen dastand, wird die Revanche lebendig. Nieke Kühne will den zweiten Platz endlich abschütteln.
Die tabelle lügt nicht – und trotzdem ist alles offen
Plätze eins bis vier der Bundeschaft bevölkern das Wochenende, doch die Nummer vier, Thüringer HC, ist der einzige Klub, der den Pott schon öfter hob: 2011, 2013, 2019. Im Supercup schlugen sie Blomberg-Lippe mit 31:30. Laura Kuske schmunzelt: „Wir sind unterdog, aber mit Sieger-DNS.“ Lucie-Marie Kretzschmar kontert: „Ausgeglichenheit ist nett, am Ende zählt Nervenkrieg.“
Tickets gibt’s noch, aber die 2900 Samstagskarten und 3500 Sonntagskarten verschwinden im Minutentakt. Wer nicht in der Arena sitzt, muss sich an Dyn oder DF1 kleben – oder auf TikTok mitfiebern, denn die Liga setzt erstmals Kurzclips während des Spiels live. Das ist Handball 2025: Sekundenbruchteile zwischen Jubel und Tränen.

Elf metropolis und eine entscheidung in 60 minuten
HSG Bensheim/Auerbach jagt den ersten Titel der Klubgeschichte. Mareike Thomaier packt es an: „Kein Historiebuch, nur wir und der Kreis.“ Gegen den THC, der die Pokal-Sammlung schon im Schrank hat, wird die erste Viertelstunde über Stimmung und Schiedsrichterlatein entscheiden. Wer zu spät kommt, verpasst vermutlich den Knall.
Und nach dem Finale? Dann stehen sich vielleicht wieder zwei Nationalmannschafts-Kolleginnen auf dem Podest gegenüber – diesmal mit unterschiedlich farbene Konfetti im Haar. Silber war gestern. In Stuttgart wird gezeigt, dass Freundschaft Pause macht, wenn es um den echten Pott geht.
