Wm 2026: 48 teams, vier neulinge und italien schaut wieder nur zu
Die erste 48er-WM ist gelost, und das Feld liest sich wie ein Who-is-Who der Fußball-Welt – mit einigen Nebenrollen, die selbst Hollywood stutzen lassen. Während die Gastgeber USA, Kanada und Mexiko seit Jahren ihre Stadien hochziehen, feierte Österreich am Dienstagabend mit einem 3:1 in Belfast den vorzeitigen Einzug. Die Auswahl von Ralf Rangnick blieb damit die einzige Mannschaft in der Gruppe ohne Gegentor und schickt sich an, bei ihrer Premieren-WM nicht nur Statist zu sein.
Curacao tritt an, italien nickt nur
Die Statistik schreibt Geschichten, die selbst erfahrene Kommentatoren verstummen lassen. Mit Curacao (156.000 Einwohner) wird der kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten antreten – noch kleiner als Island 2018. Auf der Gegenseite steht die bitterste WM-Serie Europas: Italien, vierfacher Weltmeister, verpasst zum dritten Mal in Folge das Endturnier. Ein Play-off-Debakel gegen Nordmazedonien war 2022 noch die Warnung, nun folgte das Aus gegen die Ukraine. Für die Azzurri beginnt eine neue Qualifikations-Hölle, während Kap Verde bereits seine erste Parade plant.
Die asiatische Qualifikation lieferte diesmal die größten Überraschungen. Usbekistan und Jordanien buchten ihre ersten WM-Tickets überhaupt, während Japan souverän als erstes Team der Welt den Gruppensieg klar machte. Der Iran folgte mit einer Defensive, die in zehn Spielen nur zwei Gegentore kassierte – ein Rekord in der AFC. Für Australien reichte trotz eines 5:0-Siegs gegen China nur der Umweg über die Play-offs, doch auch der Weg ist Geschichte: Erstmals treten seilstarke asiatische Teams im interkontinentalen Duell gegen südamerikanische Gegner an.

Deutschland löst letzte fragezeichen aus
Die DFB-Auswahl musste gegen die Slowakei antreten, weil das 3:3 in Amsterdam noch ein offenes Konto hinterließ. Das 4:0 in Leipzig war keine Galavorstellung, sondern eine Demonstration der Breite: Jamal Musiala traf doppelt, Kai Havertz bereitete alle vier Treffer vor. Bundestrainer Julian Nagelsmann nutzte die Partie, um seine 26-Kader-Liste vorzubereiten – ein Luxus, den ihm die frühe Qualifikation beschert. Deutschland steht damit bei 21 WM-Teilnahmen und könnte in Amerika den Rekord Brasiliens (23) einholen, sollte der Titel 2026 nach Berlin wandern.
Südamerika liefert abermals eine Power-Liste. Brasilien und Argentinien qualifizierten sich ohne Niederlage, dazu gesellen sich Kolumbien mit James Rodríguez als ältestem Kreativspieler des Kontinents und Uruguay mit einer Generation, die zwischen Valverde und Núñez kaum noch Schulter an Schulter steht. Die interkontinentalen Play-offs dürften die letzten Tickets entscheiden: Bolivien tritt gegen den Irak an, während Jamaika auf DR Kongo trifft – ein Duell, das die FIFA bereits als „Klima-Derby“ intern tituliert hat.
Am 11. Juni 2026 eröffnet das Turnier im MetLife Stadium in New Jersey. Bis dahin werden noch 200 Tage, aber die Karten sind verteilt. Wer in der Gruppenphase auf wen trifft, entscheidet sich am 15. Dezember in New York. Die Auslosung verspricht ein Schauspiel: Ein mögliches Achtelfinale USA gegen Brasilien würde die Ticketpreise in die Höhe schnellen lassen, ein Duell Deutschland gegen Italien bleibt ein Traum – diesmal nur für die Fans, nicht für die Squadra.
