Italien versinkt in zenica: bosnien schießt die squadra azzurra raus – drei wm-nullen in folge
120 Minuten Leid, vier Elfmeter-Tränen, ein ganzer Fußball-Vaterland betäubt: Mit dem 1:4 im Shootout in Zenica schickt Edin Dzekos Bosnien Italien auf die ewige Schandbank. Dreimal hintereinander fehlt der viermalige Weltmeister bei einer Endrunde – das ist keine Serie, das ist ein offener Befund. Die Azzurri fliegen heim, die Drachen fliegen nach Amerika.
Der abstieg in zahlen: rot, vergeben, vergessen
Gattuso hatte alles auf Roulette gesetzt: Bastoni als Libero, Kean als Joker. Doch schon nach 41 Minuten zerbrach die Taktik. Ein Letzter-Mann-Foul an Memic – Rot. Danach spielte Italien gegen den Ball und gegen die Zeit. Kean nutzte einen Abspielfehler von St.-Pauli-Keeper Vasilj zur Führung, doch Tabakovic glich nach Sturmflut-Choreo aus. Im Elfmeterschießen verfeuerten Esposito und Cristante. Während Dzeko als Erster verwandelte und als Letzter Jubelpose zeigte, stand Gianluigi Buffon an der Seitenlinie wie ein Monument der Ohnmacht.
Die Statistik nagt: 2018 ging es gegen Schweden verloren, 2021 patzte man gegen Nordmazedonien, 2026 eben gegen Bosnien. Drei Playoff-Finale, drei K.o.-Schläge. Seit dem Triumph in Berlin 2006 wartet Italien auf WM-K.o.-Spiele – weil es keine gibt.

Bosnien schreibt geschichte – barbarez erbt die schmach von 2014
Für Sergej Barbarez war das Zenica-Duell die Rückkehr in eine Vergangenheit, die er selbst als Spieler nie erleben durfte. Jetzt führt er die Drachen ins zweite WM-Finale überhaupt. In der Gruppe B treffen sie auf Kanada, die Schweiz und Katar – ein Kader, der 2014 noch in der Vorrunde scheiterte, aber heute mit Talenten wie Tahirovic und Katic bestückt ist. „Wir haben nicht gespielt, wir haben geglaubt“, sagte der Coach nach dem Abpfiff, während die Fans die alte Stadionwelt Bilino Polje in ein Bollwerk verwandelten.
Italien hingegen rutscht in ein Tal, dessen Boden sich mit jedem Turnier weiter öffnet. Die EM 2021 war ein Feuerwerk, das die Abgründe nur kurz ausleuchtete. Die nächste Generation muss jetzt 2028 in Saudi-Arabien qualifizieren – sonst droht ein Jahrzehnt ohne WM. Die Squadra Azzurra steht am Scheideweg, und hinter dem Horizont wartet kein Buffon mehr.
