Witzke will raus aus flensburg – 300.000 euro blocken den olympia-silbermann

Luca Witzke sitzt in der Falle. Der Olympia-Zweite von Paris darf seit seiner Schulter-OP im November nicht mehr werfen, nicht mehr treffen, nicht mehr jubeln. Stattdessen schaut der 26-Jährige zu, wie seine SG Flensburg-Handewitt ohne ihn die Meisterschaft jagt – und plant laut Vereinsumkreis bereits den zweiten Anlauf, sich vorzeitig aus seinem bis 2027 laufenden Vertrag zu winden.

Erster fluchtversuch im september gescheitert

Die Geschichte begann schon vor dem Kreuzbandriss, vor der Schulter-Operation, vor der Bank. Bereits am zweiten Spieltag, da hatte Witzke intern angeklopft: Löst mich raus, ich brauche Spielzeit. Die Antwort der Flensburger Bosse war ein Veto mit Nachhall. Kein Transfer, kein Leihgeschäft, nicht mal eine Ausstiegsklausel durfte bemüht werden. Der Nationalspieler schluckte und vertraute auf den Saisonverlauf. Der aber verlief ohne ihn.

32 Minuten und 44 Sekunden Bundesliga-Einsatzzeit stehen bis heute in der Statistik. Eine Lachnummer für einen Mann, der im August noch in Paris Silber holte und als Kreisläufer-Backup für die Europameisterschaft im Januar nominiert war. Dann rutschte er aus, die Schulter machte plop, und die Saison war gelaufen. Was folgte, war ein Winter voller Reha, Armbewegungen gegen Gummibänder und demütigende Einheiten auf dem Laufband, während die Mannschaftskollegen in der Halle den Rhythmus fanden.

300.000 Euro ablöse verlangt

300.000 Euro ablöse verlangt

Jetzt, so berichten mehrere Liga-Insider, will Witzke es wissen. Er habe die Flensburger Führung erneut kontaktiert und um Freigabe gebeten. Die Antwort: 300.000 Euro – so viel verlangt der Nordklub für ein vorzeitiges Aus. Die Summe ist happig, sie entspricht in etwa einem halben Jahresgehalt des Rechtsaußen. Für einen Spieler, der seit Monaten nur Kosten verursacht und keine sportliche Rendite liefert, eine mutige Forderung.

Doch die Klubs scheren sich nicht. Der HC Erlangen soll bereits konkret geplant haben, Witzke sofort nach der Reha zu verpflichten. Die Franken verfügen über ein potentes Sponsorenpaket, das die Ablöse stemmen könnte. Auch MT Melsungen wird genannt, dort wäre der Nationalspieler nach dem Sigrist-Transfer (kommt ablösefrei aus der Schweiz) die logische Alternative auf Linksaußen. Die Gerüchte verbreiten sich im Handball-Forum Handballecke und im Norden Deutschlands mit einer Geschwindigkeit, die an den legendären „Witzke-Counter“ erinnert – jene schnelle Umkehraktion, mit der er 2023 Leipzig den Pokalsieg bescherte.

Am samstag trifft flensburg auf leipzig – witzke nur zuschauer

Ironie des Spielplans: Am Samstag um 19 Uhr empfängt Flensburg ausgerechnet Witzkes Ex-Klub SC DHfK Leipzig. Die Sachsen haben sich seit seinem Weggang verjüngt, stehen aktuell einen Punkt vor den Flensburgern auf Tabellenplatz vier. Witzke wird in der Arena sitzen, zwischen Sponsorenlogos und Vereinsfunktionären, die über seine Zukunft entscheiden. Kommt er nicht weg, droht ihm ein zweites Jahr auf der Bank – und ein Marktwert, der sich halbiert.

Die Zeit läuft. Wer 300.000 Euro zahlt, bekommt einen 26-jährigen Nationalspieler mit Olympia-Erfahrung und Torriecher, der aber seit 130 Tagen kein Pflichtspiel mehr bestritten hat. Wer wartet, riskiert, dass die Schulter nie wieder die alte wird. Und Witzke? Er schaut dem Spiel zu, tippt auf seinem Himmel das Statistikportal an und weiß: Entweder die Ablöse fließt – oder er bleibt gefangen in einem Vertrag, der einst als Karrieresprung begann und heute wie eine Zwangsjacke wirkt.