Wirtz-kritik schwillt an: ex-star schießt mit harschen worten

Liverpool bangt um seinen teuren Neuzugang: Florian Wirtz muss sich heftiger Kritik gefallen lassen. Der irische Ex-Nationalspieler Tony Cascarino hält dem DFB-Star wenig aus und bezeichnet ihn als „Selbstdarsteller“ – eine Aussage, die die Debatte um die 150 Millionen-Euro-Verpflichtung neu entfacht.

Die harlem globetrotters des rasens?

Die harlem globetrotters des rasens?

Die 0:4-Pleite gegen Manchester City im FA-Cup-Viertelfinale war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Cascarino, der selbst in der Premier League für Chelsea und Marseille spielte, äußerte sich in einem Interview mit talkSPORT unmissverständlich: „Ich habe Wirtz’ kleine Kabinettstücke satt. Er macht ständig solche Spielchen!“

Der Vergleich mit den Harlem Globetrotters, einer weltberühmten Show-Basketballtruppe, ist dabei wenig schmeichelhaft. „Erinnert ihr euch an die Harlem Globetrotters? Das war eine Truppe, die sich selbst dargestellt hat. Wenn ich mir einige Liverpool-Spieler so anschaue, finde ich, dass Wirtz am ehesten einer ist, der sich mit seinen Fertigkeiten während des Spiels selbst darstellt“, so Cascarino. Der ehemalige Stürmer lässt keinen Zweifel daran: „Er ist ein Selbstdarsteller. So sehe ich ihn.“

Doch Cascarino relativiert: Obwohl er Wirtz’ Leistungen in Liverpool kritisiert, räumt er dem jungen Deutschen auch Talent ein. „Er ist ein enorm talentierter Junge“, betont er, „das hat er auch bei Bayer Leverkusen bewiesen. Er war dort kein Selbstdarsteller.“ Der Unterschied liege in der Rolle und der Erwartungshaltung: „In Liverpool ist es nur anders. Wenn ich mir die Zahlen anschaue, was er tatsächlich für die Mannschaft leistet und wie viele Tore er schießt, ist das wirklich wenig.“

Die bisherige Bilanz von Wirtz in 41 Pflichtspielen unterstreicht diese Kritik: Sechs Treffer und neun Vorlagen sind für einen Spieler seines Preises eher magere Ausbeute. Während er beim 4:3-Sieg gegen die Schweiz mit zwei Toren und zwei Assists glänzte, blieb er im Pokalspiel gegen Manchester City weitgehend blass.

Die Diskussionen um den teuren Transfer werden dadurch weiter angeheizt. Ob Wirtz sich in Liverpool noch findet und sein volles Potenzial ausschöpfen kann, bleibt abzuwarten. Die Erwartungen sind enorm, und der Druck, zu liefern, wächst mit jedem Spieltag. Die Fans und Experten fordern Taten, nicht nur Spielchen.

Die Frage ist nicht, ob Wirtz Talent besitzt, sondern ob er in der Lage ist, dieses Talent im roten Trikot von Liverpool effektiv einzusetzen und zur Mannschaft beizutragen. Denn im Fußball zählt am Ende das Ergebnis – und nicht die Kunst.